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Soziologe Steffen Mau: Deutschland braucht ein Update

Der Soziologe Steffen Mau erklärt im Rahmen der Zukunftsreihe des Frankfurter Allgemeine Quarterly, wie der Staat wieder handlungsfähig wird und was sich in den nächsten zehn Jahren ändern muss.

Soziologe Steffen Mau: Deutschland braucht ein Update
Deutschland in zehn Jahren, Teil 1: Deutschland braucht ein Update!

Der Soziologe Steffen Mau sieht Deutschland vor einer grundlegenden Herausforderung: Der Staat muss wieder handlungsfähiger werden. In einem Beitrag für das Zukunftsmagazin Frankfurter Allgemeine Quarterly, das kluge Köpfe im ganzen Land nach ihrer Vision für das Deutschland der nächsten zehn Jahre gefragt hat, skizziert Mau, was sich ändern muss, damit das Land den Anforderungen der Zukunft gewachsen ist.

Die zentrale These des Soziologen lautet, dass der Staat seine Steuerungs- und Gestaltungsfähigkeit zurückgewinnen muss. In den vergangenen Jahren sei die Handlungsfähigkeit staatlicher Institutionen zunehmend infrage gestellt worden – sei es durch langwierige Genehmigungsverfahren, föderale Blockaden oder eine wachsende Kluft zwischen politischen Ankündigungen und praktischer Umsetzung. Mau argumentiert, dass ohne eine solche Erneuerung wichtige Zukunftsaufgaben nicht bewältigt werden können.

Die Frage, wie Deutschland in zehn Jahren aussehen soll, ist Teil einer breit angelegten Debatte, die das Magazin mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen führt. Mau, einer der profiliertesten Soziologen des Landes, konzentriert sich in seinem Beitrag auf das Verhältnis von Staat, Gesellschaft und politischer Steuerung. Seine Analyse reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Stimmen, die eine grundlegende Reform der Verwaltung und der politischen Entscheidungsprozesse fordern.

Im Zentrum steht dabei die Frage, wie der Staat wieder in die Lage versetzt werden kann, langfristige Projekte – etwa in den Bereichen Infrastruktur, Bildung, Digitalisierung oder Klimaanpassung – verlässlich umzusetzen. Mau zufolge geht es nicht um weniger Staat, sondern um einen Staat, der seine Aufgaben effektiver wahrnimmt und dabei auf die veränderten Bedingungen einer modernen Gesellschaft reagiert.

Der Beitrag ist der erste Teil einer Serie, in der das Frankfurter Allgemeine Quarterly Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik zu Wort kommen lässt. Die Reihe trägt den Titel «Deutschland in zehn Jahren» und will nach Angaben des Magazins kluge Köpfe im ganzen Land versammeln, um gemeinsam zu diskutieren, wohin sich die Bundesrepublik entwickeln soll. Die Beiträge erscheinen in loser Folge und behandeln unterschiedliche Aspekte des gesellschaftlichen Wandels.

Mau gehört zu den bekanntesten Soziologen Deutschlands und forscht unter anderem zu sozialer Ungleichheit, Migration und politischer Soziologie. Seine Arbeiten befassen sich häufig mit der Frage, wie sich gesellschaftliche Konflikte und politische Institutionen wechselseitig beeinflussen. In seinem Beitrag für die Zukunftsreihe verbindet er diese Forschungsperspektive mit konkreten Vorschlägen zur Reform des Staatswesens.

Die Debatte über die Zukunftsfähigkeit Deutschlands gewinnt vor dem Hintergrund multipler Krisen an Bedeutung. Ob demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Energiewende oder geopolitische Verschiebungen – die kommenden Jahre gelten als entscheidend dafür, ob es gelingt, die Weichen richtig zu stellen. Maus Beitrag versteht sich als Beitrag zu dieser Debatte und als Plädoyer dafür, die Handlungsfähigkeit des Staates nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten, sondern aktiv wiederherzustellen.

Wie genau ein solches «Update» aussehen könnte, bleibt in der Ankündigung des Magazins offen. Klar ist jedoch, dass der Soziologe den Handlungsdruck für groß hält. Die Reihe «Deutschland in zehn Jahren» soll in den kommenden Ausgaben fortgesetzt werden und weitere Perspektiven auf die Zukunft des Landes liefern.

Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.