Berliner Taxiinnung schlägt Geozone am BER für Abholungen vor
Die Berliner Taxiinnung wirbt für eine Sonderzone am Flughafen BER, damit Berliner Taxis dort auch künftig Fahrgäste abholen können. Hintergrund ist die Kündigung der bisherigen Vereinbarung durch den Landkreis Dahme-Spreewald zum Jahresende.
Die Berliner Taxiinnung hat vorgeschlagen, am Flughafen BER eine sogenannte Geozone einzurichten, damit Berliner Taxis auch im kommenden Jahr Fahrgäste dort aufnehmen können. Der Vorschlag richtet sich in einem Schreiben an die Berliner Abgeordneten Tino Schopf (SPD) und Kristian Ronneburg (Linke). Ab Januar dürfen Berliner Taxis den Flughafen nur noch dann anfahren, wenn sie von Fahrgästen gezielt bestellt wurden, etwa über eine Plattform oder telefonisch.
Nach Angaben des Innungsvorsitzenden Leszek Nadolski handelt es sich bei der Geozone um ein noch festzulegendes Gebiet in Flughafennähe. Dort sollen Berliner Taxifahrer auf Aufträge am BER warten können. Im Schreiben heißt es, durch eine klar definierte geografische Zone sollten digitale Vermittlungssysteme Fahrgäste und verfügbare Taxis im Flughafenumfeld gezielter zusammenführen können. Auf Bestellung könnten die Fahrer so schneller zum Terminal fahren. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.
Die Innung fordert die möglichen künftigen Koalitionspartner in Berlin auf, gemeinsam mit dem Land Brandenburg und der Flughafengesellschaft die Einrichtung einer solchen Zone zu prüfen. Bisher war der Taxitransport am BER über eine Vereinbarung zwischen dem Land Berlin und dem Landkreis Dahme-Spreewald geregelt. Sie sah vor, dass bis zu 1.100 Taxis am Flughafen warten und Fahrgäste aufnehmen durften, jeweils 550 aus Berlin und 550 aus dem Landkreis. Die Lizenzen wurden regelmäßig für einen bestimmten Zeitraum verlost, sodass nicht alle Betriebe dauerhaft vor Ort sein konnten.
Der Landkreis Dahme-Spreewald hat die Vereinbarung zum Jahresende gekündigt und dies am Montag mitgeteilt. Als Begründung nannte er den zurückgegangenen Taxibedarf am BER. In der Mitteilung heißt es, Taxifahrerinnen und Taxifahrer müssten derzeit häufig Wartezeiten von mehr als drei Stunden in Kauf nehmen, bevor sie einen Beförderungsauftrag erhalten. Mit der Kündigung, so der Landkreis, sollten die Voraussetzungen geschaffen werden, um die wirtschaftliche Lage der Taxiunternehmen im Landkreis nachhaltig zu verbessern.
Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) bedauerte den Schritt. Die Marktbedingungen seien auch für die Berliner Unternehmen herausfordernd, erklärte sie. Als Folge der Kündigung will das Land nach ihren Worten nun aktiv dafür sorgen, dass die zulässigen Bestellfahrten vom Flughafen bekannter werden. Zudem sollen sie durch einen gesicherten Festpreis attraktiver gemacht werden. Ob die Innung mit ihrem Vorschlag einer Geozone Erfolg hat, ist derzeit offen, denn die Entscheidung liegt bei den politischen Akteuren in Berlin, Brandenburg und bei der Flughafengesellschaft.
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