Volkswagen: Erika Rasch wird Personalvorständin
Volkswagen besetzt die Spitzenposition im Personalressort neu: Erika Rasch übernimmt das Amt der Personalvorständin. Der Schritt erfolgt in einer Phase, in der beim größten europäischen Autobauer der Abbau Zehntausender Arbeitsplätze ansteht.
Volkswagen stellt die Weichen im Personalressort neu: Erika Rasch wird neue Personalvorständin des Konzerns. Die Entscheidung fällt in eine Phase tiefgreifender Umbrüche, denn beim größten europäischen Autobauer steht ein weiterer Abbau Zehntausender Arbeitsplätze an. Wer die kommenden Schritte in der Personalpolitik verantworten soll, ist damit nun geklärt.
Rasch übernimmt das Amt zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern massiv Kosten senken und seine Wettbewerbsfähigkeit sichern muss. Die Herausforderungen in der Automobilindustrie haben sich in den vergangenen Jahren erheblich verschärft: Der Übergang zur Elektromobilität, der wachsende Wettbewerbsdruck aus Asien und die konjunkturelle Schwäche in wichtigen Absatzmärkten zwingen die Unternehmensführung zu einem konsequenten Sparkurs. Der Personalbereich steht dabei im Zentrum der Auseinandersetzungen zwischen Management, Betriebsrat und Gewerkschaften.
Die Personalpolitik von Volkswagen war in der Vergangenheit immer wieder Gegenstand kontroverser Debatten. Der Konzern gilt traditionell als stark mitbestimmt, die Rolle der Arbeitnehmervertretung ist im Vergleich zu anderen Industrieunternehmen besonders ausgeprägt. Vor diesem Hintergrund kommt der neuen Personalvorständin eine Schlüsselrolle zu: Sie muss einerseits die vom Vorstand beschlossenen Effizienzziele umsetzen, andererseits den sozialverträglichen Umgang mit den Beschäftigten sicherstellen.
Der angekündigte Stellenabbau betrifft nach Unternehmensangaben eine Größenordnung von mehreren zehntausend Arbeitsplätzen. Details zur zeitlichen Staffelung und zu den betroffenen Standorten wurden bislang nicht abschließend kommuniziert. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über die genaue Ausgestaltung des Abbaus zu den ersten großen Bewährungsproben für die neue Personalchefin gehören werden.
Die Berufung von Rasch ist Teil einer Reihe von Personalentscheidungen, mit denen der Vorstand seine Führungsstruktur an die veränderten Marktbedingungen anpasst. Volkswagen steht unter erheblichem Druck, seine Renditeziele zu erreichen und gleichzeitig die Transformation hin zu einer nachhaltigeren Mobilität voranzutreiben. Die Kosten für Entwicklung und Produktion neuer Fahrzeuggenerationen sind hoch, während die Erlöse im Tagesgeschäft unter dem Preisdruck auf den Weltmärkten leiden.
Mit der neuen Personalvorständin erhält der Konzern eine Führungskraft, die voraussichtlich für Kontinuität in der Personalarbeit stehen wird, zugleich aber auch den Auftrag hat, die vom Vorstand beschlossenen Sparmaßnahmen umzusetzen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich das Kräfteverhältnis zwischen den verschiedenen Interessengruppen im Konzern entwickelt. Für die Beschäftigten dürfte die Amtszeit von Rasch von weitreichenden Einschnitten geprägt sein.
