Südkoreas Exporte wachsen dank KI-Boom um fast 69 Prozent
Südkoreas Exporte sind im August dank eines Rekords bei Halbleitern kräftig gestiegen. Die Ausfuhren legten um 68,7 Prozent zu, die Halbleiterexporte sogar um 209 Prozent. Damit machen Chips fast die Hälfte aller Exporte aus – und offenbaren die wachsende Abhängigkeit vom globalen KI-Boom.
Südkoreas Exporte sind im August dank eines Rekords bei Halbleitern kräftig gestiegen. Die Ausfuhren legten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 68,7 Prozent zu, wie aus Daten des südkoreanischen Handelsministeriums hervorgeht. Die Halbleiterexporte schnellten im selben Zeitraum sogar um 209 Prozent in die Höhe und erreichten mit einem Gesamtwert von 46,7 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekordwert.
Damit machen Halbleiter mittlerweile fast die Hälfte aller südkoreanischen Exporte aus: Der Anteil liegt bei 47,5 Prozent. Südkoreas Einfuhren stiegen im August mit einem Plus von 22,6 Prozent deutlich langsamer als die boomenden Ausfuhren. Für den Monat ergab sich daraus ein Handelsüberschuss von knapp 34,8 Milliarden US-Dollar – der zweithöchste Wert, den das Land jemals erzielt hat.
Die südkoreanische Volkswirtschaft profitiert derzeit überproportional stark von der globalen Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Mit Samsung Electronics und SK Hynix beheimatet das Land zwei der weltweit führenden Produzenten von Speicherchips, die für den Betrieb von KI-Systemen unverzichtbar sind. Der anhaltende Ausbau von Rechenzentren und KI-Modellen in den USA, Europa und Asien treibt die Nachfrage nach diesen Bauteilen seit Monaten.
Gleichzeitig legt die Entwicklung die offensichtlichen Abhängigkeiten des ostasiatischen Tigerstaates offen. Sollte es im Bereich KI zu einer deutlichen Marktkorrektur kommen, wäre Südkorea in besonderem Maße davon betroffen. Die Konzentration der Exportstruktur auf einen einzigen Wachstumstreiber macht die Volkswirtschaft anfällig für plötzliche Nachfrageeinbrüche oder technologische Umbrüche.
Zudem überdeckt der KI-Boom, dass etliche andere Bereiche der südkoreanischen Wirtschaft sich eher durchwachsen entwickelt haben. So brachen die Autoexporte im August um knapp 30 Prozent ein. Auch andere traditionelle Industriezweige des Landes kämpfen mit schwacher globaler Nachfrage und wachsendem Wettbewerbsdruck, etwa aus China.
Die Zahlen zeigen damit ein zweigeteiltes Bild: Während der Halbleitersektor auf Rekordkurs liegt, schwächeln weite Teile der übrigen Exportwirtschaft. Für die südkoreanische Regierung dürfte die Herausforderung darin bestehen, die Abhängigkeit von der KI-Konjunktur zu verringern und andere Exportbranchen zu stärken, ohne den aktuellen Boom zu gefährden.
