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Studie: Feiertage kosten die Wirtschaft weniger als angenommen

Eine Untersuchung des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung zeigt, dass gesetzliche Feiertage die Wirtschaft deutlich weniger belasten als häufig behauptet. Die Forderung nach ihrer Abschaffung zur Wachstumsförderung verliert damit an Grundlage.

Studie: Feiertage kosten die Wirtschaft weniger als angenommen
Feiertage und Wirtschaft: Gesetzliche Feiertage kosten die Wirtschaft weniger als angenommen

Gesetzliche Feiertage belasten die Wirtschaft einer aktuellen Untersuchung zufolge deutlich weniger als oft angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Die Analyse widerspricht damit der verbreiteten Annahme, dass zusätzliche arbeitsfreie Tage dem Wirtschaftswachstum in nennenswertem Umfang schaden.

In der Vergangenheit hatten Politiker wiederholt die Abschaffung einzelner Feiertage gefordert, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Die neue Untersuchung legt jedoch nahe, dass dieser Effekt weit geringer ausfällt als vielfach unterstellt. Die wirtschaftlichen Einbußen durch gesetzliche Feiertage sind demnach begrenzt.

Die Studie des ZEW in Mannheim relativiert damit eine Debatte, die in Deutschland immer wieder aufflammt. Feiertage gelten in der öffentlichen Diskussion häufig als Kostenfaktor, weil an ihnen die Produktion ruht und Arbeitsstunden entfallen. Die Untersuchung zeigt nun, dass diese Rechnung zu kurz greift und die tatsächlichen volkswirtschaftlichen Auswirkungen kleiner sind als häufig dargestellt.

Zugleich deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Effekte je nach Branche unterschiedlich ausfallen. Während einige Wirtschaftszweige durch den Stillstand an Feiertagen Umsatzeinbußen verzeichnen, können andere Bereiche sogar von den arbeitsfreien Tagen profitieren. Die pauschale Gleichsetzung von Feiertagen mit gesamtwirtschaftlichen Verlusten ist nach den vorliegenden Erkenntnissen daher nicht haltbar.

Für die politische Debatte bedeutet das eine Verschiebung der Argumentationsgrundlage. Wer die Streichung von Feiertagen mit Verweis auf das Wirtschaftswachstum fordert, kann sich nach der aktuellen Datenlage nicht auf einen erheblichen Wachstumseffekt berufen. Die Untersuchung stellt damit die Verhältnismäßigkeit solcher Vorschläge infrage.

Die Diskussion über Feiertage berührt neben wirtschaftlichen Fragen auch gesellschaftliche und kulturelle Aspekte. Gesetzliche Feiertage dienen in Deutschland nicht nur der Erholung, sondern haben auch religiöse und historische Bedeutung. Eine Abschaffung würde daher über die reine Wirtschaftsrechnung hinausgehen und wäre mit breiteren gesellschaftlichen Debatten verbunden.

Die Studie ordnet die wirtschaftlichen Folgen von Feiertagen präziser ein, als es in der öffentlichen Diskussion häufig geschieht. Sie zeigt, dass die Kosten begrenzt bleiben und die pauschale Forderung nach ihrer Abschaffung wirtschaftlich nur schwer zu begründen ist. Für politische Entscheidungsträger liefert die Untersuchung damit eine sachlichere Grundlage für die Abwägung zwischen wirtschaftlichen Interessen und arbeitsfreien Tagen.

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Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.