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Rentenbezug in Deutschland: Frauen erhalten im Schnitt 22,1 Jahre Rente, Männer 18,8 Jahre

Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer in Deutschland ist seit den 1970er-Jahren deutlich gestiegen. Frauen beziehen laut Deutscher Rentenversicherung rund 22,1 Jahre Rente, Männer etwa 18,8 Jahre. Ursache ist die gestiegene Lebenserwartung, doch das Renteneintrittsalter steigt ebenfalls – und eine weitere Anhebung auf 70 Jahre wird diskutiert.

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Wer in Deutschland in Rente geht, kann im Durchschnitt mit einer deutlich längeren Bezugsdauer rechnen als frühere Generationen. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung lag die durchschnittliche Rentenbezugsdauer im Jahr 2023 bei Männern bei rund 18,8 Jahren. Frauen erhielten im Schnitt etwa 22,1 Jahre lang Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Damit beziehen Frauen im Durchschnitt deutlich länger Rente als Männer.

Der langfristige Vergleich zeigt einen stetigen Anstieg. In den 1970er-Jahren lag die Rentenbezugsdauer bei Männern nur bei gut zehn bis elf Jahren, während Frauen damals rund 13 bis 14 Jahre Rente erhielten. Seitdem ist die Zeit im Ruhestand um mehrere Jahre angewachsen – bei Frauen stärker als bei Männern. Bereits 2018 wurden für Männer etwa 18,1 Jahre und für Frauen 21,8 Jahre verzeichnet. Der Trend setzt sich also moderat, aber kontinuierlich fort.

Hinter dieser Entwicklung steht in erster Linie die gestiegene Lebenserwartung in Deutschland. Medizinischer Fortschritt und ein höherer Lebensstandard sorgen dafür, dass Menschen heute im Schnitt länger leben und somit auch länger Rente beziehen. Die Rentenversicherung veröffentlichte für ausgewählte Jahrgänge seit 1973 Daten, die diesen Zusammenhang belegen. Während Frauen 1973 noch durchschnittlich 13,4 Jahre Rente erhielten, waren es 2023 bereits 22,1 Jahre. Bei Männern stieg der Wert im selben Zeitraum von 10,6 auf 18,8 Jahre.

Das Rentensystem hat auf die veränderten demografischen Bedingungen über die Jahrzehnte immer wieder reagiert. Da die Menschen länger leben, wird das Renteneintrittsalter schrittweise angehoben. Für viele Jahrgänge liegt es inzwischen bei 67 Jahren. Dadurch verkürzt sich die Phase des Rentenbezugs teilweise wieder – oder verlängert sich zumindest weniger stark, als es allein durch die steigende Lebenserwartung zu erwarten wäre. In der politischen Diskussion steht zudem eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre im Raum.

Für Menschen, die aktuell in Rente gehen, bedeutet die Entwicklung dennoch einen Vorteil: Sie können damit rechnen, insgesamt mehr Jahre im Ruhestand zu verbringen als frühere Generationen – und womöglich auch mehr als künftige Jahrgänge. Der Grund liegt darin, dass die Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten stärker gestiegen ist als das Rentenalter bisher angehoben wurde. Senioren gewinnen durch medizinischen Fortschritt und höheren Lebensstandard zusätzliche Lebensjahre, in denen sie ihre Rente genießen können.

Zugleich wächst aus genau diesem Grund die Belastung für das Rentensystem. Die Politik hat für diesen Konflikt bislang keine zufriedenstellende Lösung gefunden – außer das Renteneintrittsalter weiter zu erhöhen oder die Bezüge zu senken. Für Menschen, die noch weit vom Seniorenalter entfernt sind, ist das eine trübe Zukunftsaussicht. Die Daten der Deutschen Rentenversicherung machen deutlich, dass die Rentenbezugsdauer kein statischer Wert ist, sondern sich im Spannungsfeld von Lebenserwartung, Rentenalter und finanzieller Tragfähigkeit des Systems stetig verändert.

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Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.