Montag, 28. September 2026 Nachrichten im Zusammenhang Über die Zeitung
Güldendorf Suche

Wirtschaft

Einwanderer sind in vielen Engpassberufen unverzichtbar

Mehr als ein Viertel aller Beschäftigten in Deutschland hat ausländische Wurzeln. In Branchen mit akutem Fachkräftemangel ist ihr Anteil besonders hoch – doch es gibt auch Berufe, in denen er überraschend niedrig ausfällt.

Einwanderer sind in vielen Engpassberufen unverzichtbar
Arbeitsmarkt: Einwanderer in vielen Berufen unverzichtbar

Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte sind auf dem deutschen Arbeitsmarkt längst eine tragende Säule. Mehr als ein Viertel aller Erwerbstätigen in Deutschland hat Wurzeln im Ausland. In Berufen, in denen händeringend Fachkräfte gesucht werden, wäre der Betrieb ohne sie kaum aufrechtzuerhalten. Das zeigen neue Zahlen zur Beschäftigung in Engpassberufen.

Besonders deutlich fällt der Anteil in der Pflege, in der Gastronomie und im Baugewerbe aus. In diesen Branchen liegt er weit über dem Durchschnitt aller Berufe. Ohne die Beschäftigten mit Migrationshintergrund würden die ohnehin bestehenden Lücken noch größer ausfallen. Der Arbeitsmarkt ist in vielen Regionen und Tätigkeitsfeldern auf diese Arbeitskräfte angewiesen.

Zugleich gibt es Berufe, in denen der Anteil überraschend niedrig ist. Das zeigt, dass die Verteilung der Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte nicht gleichmäßig über alle Branchen hinweg erfolgt. In einigen Feldern sind sie stark vertreten, in anderen kaum. Die Gründe dafür liegen in unterschiedlichen Zugangswegen, Qualifikationsanforderungen und der Attraktivität der jeweiligen Berufe.

Der Fachkräftemangel bleibt in Deutschland in vielen Bereichen akut. Branchen mit Engpässen profitieren besonders von Zuwanderung auf dem Arbeitsmarkt. Der Integrationserfolg hängt dabei vor allem von zwei Faktoren ab: der Anerkennung von Abschlüssen und der tatsächlichen Einbindung in den Betrieb. Wo beides gelingt, können offene Stellen besetzt und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gesichert werden.

Die Zahlen machen deutlich, dass die Diskussion über Einwanderung und Arbeitsmarkt eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung verknüpft ist. In Pflege, Gastronomie und Bau entscheidet die Verfügbarkeit von Arbeitskräften unmittelbar über die Versorgung der Bevölkerung und die Auftragslage der Unternehmen. Fehlen Beschäftigte, hat das Folgen für Preise, Wartezeiten und die Qualität der Dienstleistungen.

Für die Wirtschaftspolitik ergibt sich daraus ein klarer Handlungsbedarf. Es geht nicht nur um die Anwerbung neuer Arbeitskräfte, sondern auch um die dauerhafte Integration der bereits Beschäftigten. Dazu gehören Sprachförderung, die zügige Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und eine Willkommenskultur in den Betrieben. Nur so lassen sich die Potenziale heben, die in der bereits ansässigen Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte stecken.

Die neuen Zahlen sind ein Zwischenstand. Sie zeigen, wie stark der deutsche Arbeitsmarkt inzwischen von Menschen mit ausländischen Wurzeln geprägt ist – und wie unterschiedlich die einzelnen Branchen davon abhängen. In Engpassberufen ist die Abhängigkeit besonders groß. Dort entscheidet die Verfügbarkeit dieser Arbeitskräfte darüber, ob der Betrieb überhaupt aufrechterhalten werden kann.

4Aufrufe

Henrik Falkenberg

Autor

Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.