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Spanisches Start-up Inbrain entwickelt Graphen-Chips für das Gehirn

Das spanische Unternehmen Inbrain setzt auf hauchdünne Graphen-Implantate, um Parkinson- und Demenzpatienten zu helfen. Die Firmenchefin sieht Europa als Standortvorteil gegenüber der Konkurrenz aus den USA.

Spanisches Start-up Inbrain entwickelt Graphen-Chips für das Gehirn
Medizin-Technologie: Computerchips im Gehirn: Spanisches Start-up macht Musk-Firma Konkurrenz

Das spanische Start-up Inbrain entwickelt hauchdünne Gehirn-Implantate aus Graphen, die künftig Parkinson- und Demenzpatienten zugutekommen sollen. Damit tritt das Unternehmen in direkte Konkurrenz zu Neuralink, der Firma von Elon Musk, die ebenfalls an computerbasierten Schnittstellen zum Gehirn arbeitet. Wie das Handelsblatt berichtet, setzt Inbrain auf eine besonders dünne Bauweise und das Material Graphen, das für seine hohe Leitfähigkeit und Flexibilität bekannt ist.

Die Technologie gehört zum Feld der Neurotechnologie, bei der Computerchips direkt mit dem Nervensystem verbunden werden. Ziel ist es, Signale im Gehirn zu erfassen und zu stimulieren, um neurologische Erkrankungen zu behandeln. Inbrain konzentriert sich dabei auf Anwendungen für Parkinson und Demenz, zwei Krankheitsbilder, die weltweit Millionen Menschen betreffen und deren Therapie bislang oft nur symptomatisch möglich ist. Die Implantate sollen helfen, betroffenen Patienten neue Behandlungsoptionen zu eröffnen.

Ein zentraler Unterschied zu den Ansätzen aus den USA ist nach Angaben des Unternehmens die Materialwahl. Graphen ist ein nur eine Atomlage dicker Kohlenstoff, der extrem flexibel und biokompatibel ist. Dadurch könnten die Implantate schonender in das Gehirngewebe integriert werden als herkömmliche Elektroden aus Metall oder Silizium. Die hauchdünne Bauweise reduziert möglicherweise das Risiko von Gewebeschäden und verlängert die Haltbarkeit der Implantate.

Die Firmenchefin von Inbrain sieht den Standort Europa als klaren Vorteil im Wettbewerb mit der amerikanischen Konkurrenz. In Europa gelten strengere Datenschutz- und Ethikstandards, die bei der Entwicklung von Gehirnimplantaten eine wichtige Rolle spielen. Zudem gibt es in der Europäischen Union eine starke Forschungslandschaft in den Neurowissenschaften und der Materialwissenschaft. Diese Rahmenbedingungen könnten es dem Start-up erleichtern, Vertrauen bei Patienten, Ärzten und Behörden aufzubauen.

Der Markt für Neuroimplantate wächst rasant. Neben Neuralink arbeiten zahlreiche weitere Unternehmen und Forschungseinrichtungen an ähnlichen Technologien. Dabei geht es nicht nur um die Behandlung von Krankheiten, sondern auch um die mögliche Erweiterung menschlicher Fähigkeiten. Inbrain positioniert sich jedoch klar im medizinischen Bereich und will zunächst Therapien für Parkinson- und Demenzpatienten entwickeln. Bis zur Marktreife sind allerdings noch umfangreiche klinische Studien notwendig, die Jahre dauern können.

Für Deutschland und Europa könnte das Engagement von Inbrain ein Signal sein, dass der Kontinent bei Schlüsseltechnologien wie der Neurotechnologie nicht den Anschluss verliert. Während die USA und China große Summen in die Hirnforschung investieren, hängt Europa oft hinterher. Ein erfolgreiches europäisches Start-up in diesem Feld könnte als Vorbild dienen und weitere Investitionen anziehen. Die Entwicklung bleibt jedoch risikoreich, da die technischen und regulatorischen Hürden hoch sind.

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Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.