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Schwarz-Gruppe investiert 5,6 Milliarden Euro in Rechenzentrum bei Rostock

Die Schwarz-Gruppe, Mutterkonzern von Lidl und Kaufland, will in Dummerstorf bei Rostock ein milliardenschweres Rechenzentrum errichten. Geplant sind Investitionen von bis zu 5,6 Milliarden Euro.

Schwarz-Gruppe investiert 5,6 Milliarden Euro in Rechenzentrum bei Rostock
Technologie: Schwarz-Gruppe plant milliardenschweres Rechenzentrum

Die Schwarz-Gruppe, Mutterkonzern der Handelsketten Lidl und Kaufland, treibt den Ausbau ihrer digitalen Infrastruktur voran. Das Unternehmen kündigte an, in Mecklenburg-Vorpommern ein großes Rechenzentrum zu errichten. In den Standort Dummerstorf bei Rostock sollen nach Angaben des Konzerns bis zu 5,6 Milliarden Euro fließen.

Mit dem Projekt will sich die Unternehmensgruppe nach eigenen Angaben als Anbieter von Cloud-Diensten positionieren. Die Schwarz-Gruppe strebt an, eine Alternative zu etablierten Diensten wie AWS und Microsoft Azure zu werden und langfristig selbst zum sogenannten Hyperscaler aufzusteigen. Hyperscaler betreiben besonders große, skalierbare Rechenzentren, die Cloud- und Datenverarbeitungsdienste im industriellen Maßstab anbieten.

Der Standort in Mecklenburg-Vorpommern ist Teil einer umfassenderen Digitalstrategie des Konzerns, der seine IT-Infrastruktur zunehmend selbst kontrollieren will. Die Investitionssumme von 5,6 Milliarden Euro zählt zu den größten Einzelinvestitionen in die digitale Infrastruktur in der Region. Für das Bundesland bedeutet das Projekt einen erheblichen wirtschaftlichen Impuls, sowohl während der Bauphase als auch im späteren Betrieb.

Die Ankündigung kommt zu einem politisch sensiblen Zeitpunkt: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig könnte das Großprojekt vor der anstehenden Landtagswahl als Beleg für die wirtschaftliche Attraktivität des Landes anführen. Das Rechenzentrum verspricht Arbeitsplätze und Steuereinnahmen in einer strukturschwachen Region, die in der Vergangenheit um große Technologieansiedlungen bemüht war.

Die Schwarz-Gruppe betreibt bereits mehrere Rechenzentren in Deutschland und Europa. Mit dem neuen Standort bei Rostock erweitert der Konzern seine Kapazitäten erheblich. Die Entscheidung für Dummerstorf fiel nach Angaben des Unternehmens aufgrund der guten Anbindung, der Verfügbarkeit von Flächen und der Unterstützung durch die Landesregierung.

Der Bau eines Rechenzentrums dieser Größenordnung wirft auch Fragen zur Energieversorgung auf. Moderne Rechenzentren benötigen große Mengen Strom für den Betrieb der Server und die Kühlung. Details zur geplanten Energieversorgung des Standorts wurden in der Ankündigung zunächst nicht genannt. Die Landesregierung und das Unternehmen stehen vor der Aufgabe, eine nachhaltige Stromversorgung sicherzustellen, die den Klimazielen des Landes gerecht wird.

Mit der Investition reagiert die Schwarz-Gruppe auf den wachsenden Bedarf an Rechenkapazitäten, der durch die zunehmende Digitalisierung von Handel, Logistik und Verwaltung getrieben wird. Der Konzern will mit der eigenen Cloud-Infrastruktur unabhängiger von externen Anbietern werden und gleichzeitig neue Geschäftsfelder erschließen. Die Pläne zeigen, dass klassische Handelsunternehmen zunehmend zu Technologiekonzernen werden, die in digitale Kerninfrastruktur investieren.

Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.