Klopp setzt gegen Griechenland auf Wirtz als Kapitän und nur drei Änderungen
Jürgen Klopp nimmt im Rückspiel gegen Griechenland nur drei Änderungen an seiner Startelf vor. Florian Wirtz führt das Team als Kapitän an, während Joshua Kimmich nicht im Kader steht und die Mittelfeld-Debatte an Fahrt gewinnt.
Jürgen Klopp hat für das Nations-League-Rückspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Griechenland am Sonntagabend in Thessaloniki nur drei Änderungen an seiner Startelf vorgenommen. Im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen Serbien rücken Lennart Karl, David Raum und Jonathan Burkardt in die Anfangsformation. Florian Wirtz, der bereits gegen Serbien als Ersatz-Kapitän fungierte, führt das Team erneut als Spielführer an.
Klopp verzichtet damit erstmals in seiner noch jungen Amtszeit als Bundestrainer auf eine größere Rotation. In seinen ersten drei Länderspielen hatte er jeweils zahlreiche Umstellungen vorgenommen und auch Debütanten gebracht. Gegen Griechenland steht nun kein Neuling in der Startelf. Der 18 Jahre alte Lennart Karl ersetzt Serge Gnabry, Jonathan Burkardt kommt im Sturmzentrum für Nick Woltemade, und David Raum übernimmt auf der linken Außenbahn für Maximilian Mittelstädt. Die Abwehrkette bleibt ansonsten unverändert: Philipp Treu auf der rechten Seite sowie Malick Thiaw und Waldemar Anton im Zentrum. Im Tor steht erneut der junge Münchner Jonas Urbig.
Im Mittelfeld setzt Klopp auf Kontinuität. Das Trio aus Aleksandar Pavlovic, Tom Bischof und Florian Wirtz, das bereits gegen Serbien überzeugte, beginnt auch in Thessaloniki. Wirtz, der als Kapitän nominiert ist, soll die Mannschaft im Zentrum führen. Diese Entscheidung hat auch Auswirkungen auf die Diskussion um Joshua Kimmich, der nach seinen Einsätzen gegen die Niederlande und gegen Griechenland nicht mehr zum Kader gehört. Der Bayern-Profi muss derzeit um seinen Stammplatz in der Nationalmannschaft bangen.
Die Debatte um Kimmich wird von ehemaligen DFB-Kapitänen aufmerksam verfolgt. Lothar Matthäus und Oliver Kahn äußerten sich vor dem Spiel in einer RTL-Expertenrunde. Kahn sagte, er habe das Gefühl, dass der Bayern-Profi «nicht mehr hundertprozentig» einen Stammplatz habe. Matthäus betonte, Kimmich habe in Amsterdam abgeliefert und sei für ihn der beste deutsche Feldspieler gewesen, sehe aber dennoch Konkurrenzdruck. «Wenn Pavlovic stärker spielt und Bischof oder irgendein anderer, und Klopp sieht ihn in der Position von Kimmich, dann wird es Kimmich auch schwer haben», so der Rekord-Nationalspieler. Michael Ballack, ebenfalls einstiger Spielführer, sieht in Klopps Entscheidung keine Schwächung Kimmichs, merkte jedoch an: «Es gibt Spieler, die ihn auch schnell überholen können.»
Die deutsche Mannschaft will sich für die überraschende 0:1-Niederlage gegen Griechenland vor einer Woche in Augsburg revanchieren. Durch die Niederlage liegt das Klopp-Team nach der Hälfte der Gruppenphase in der Nations League hinter Griechenland (7 Punkte) und den Niederlanden (5) mit vier Zählern nur auf dem dritten Platz. Ein Sieg in Thessaloniki ist daher wichtig, um den Anschluss an die Tabellenspitze zu halten. Das Spiel wird um 20.45 Uhr angepfiffen und ist live bei RTL zu sehen.
Klopp hatte nach dem ersten Sieg als Bundestrainer gegen Serbien betont, dass er die Entwicklung der Mannschaft Schritt für Schritt vorantreiben wolle. Die Partie gegen Griechenland bietet nun die Gelegenheit, die zuletzt gezeigte Leistung zu bestätigen und die Niederlage im Hinspiel vergessen zu machen. Mit der Entscheidung, Wirtz als Kapitän zu benennen und auf das eingespielte Mittelfeld zu setzen, sendet der Bundestrainer ein klares Signal für Kontinuität und Vertrauen in die junge Garde.
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