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Papst Leo XIV. betet mit 80.000 jungen Menschen in Paris

Papst Leo XIV. hat den ersten Tag seiner Frankreichreise mit einem Gebetstreffen im Stade de France beendet. Vor rund 80.000 jungen Menschen warnte er vor den Risiken der Künstlichen Intelligenz und rief dazu auf, das Gute zu wählen. Am Samstag will er Taufbewerber treffen.

Papst Leo XIV. betet mit 80.000 jungen Menschen in Paris
Stimmung im Stadion: Papst betet und feiert mit jungen Menschen

Papst Leo XIV. hat den ersten Tag seiner Frankreichreise mit einem mitreißenden Gebetstreffen im Stade de France beendet. Rund 80.000 junge Menschen zwischen 17 und 35 Jahren feierten am Freitagabend gemeinsam mit dem Papst, begleitet von Gospels, Feuerwerk und einem Historienspektakel zu den Heiligen Frankreichs. Die kostenlosen Eintrittskarten für die Veranstaltung waren innerhalb weniger Stunden ausgebucht gewesen.

«Es ist für mich eine große Freude, euch in so großer Zahl zu sehen, beseelt von dem Wunsch, euch in den Dienst des Friedens zu stellen», sagte der Papst an die versammelten Jugendlichen gerichtet. «Ihr seid die Heiligen Frankreichs», fügte er hinzu. In seiner Ansprache ging Leo XIV. ausdrücklich auf die Sorgen der jungen Generation ein: «unsichere Zukunftsperspektiven, zerbrechliche Beziehungen, Erschöpfung durch Bildschirme und Angst angesichts des Klimawandels, der wirtschaftlichen und internationalen Lage». «Wir müssen diese Gefühle ernst nehmen», betonte er und sprach den Jugendlichen Mut zu, ihren Glauben zu leben.

Der Papst rief die jungen Menschen dazu auf, sich aktiv für das Gute zu entscheiden. «Es reicht nicht, das Böse zu meiden, wir müssen das Gute wählen», sagte er vor den rund 80.000 Anwesenden. Bereits am Tag hatte Leo XIV. eindringlich vor den Risiken der Künstlichen Intelligenz gewarnt. Am Abend bekräftigte er, es sei heute wichtiger denn je, «mit Verstand auf die technologischen und digitalen Umbrüche zu reagieren und unsere Menschlichkeit zu bewahren».

Bei dem Gebetstreffen traten neben anderen der Gospel-Rapper Tagr und die Sängerin Monroe auf, die für Frankreich am Eurovision Song Contest teilgenommen hatte. Im Stadion wurde zudem die Reliquie der sogenannten Tunika von Argenteuil ausgestellt, die nach einer aus dem Mittelalter stammenden Tradition als Kleidungsstück Jesu verehrt wird. Die Veranstaltung verband damit zeitgenössische Musik mit religiöser Tradition und zog ein junges Publikum an.

Die katholische Kirche in Frankreich befindet sich seit Jahren in einem deutlichen Schrumpfungsprozess, der sich auch in anderen Ländern beobachten lässt. Zugleich hat die Zahl der Taufen junger Erwachsener zuletzt zugenommen. Im Jahr 2026 ließen sich bislang mehr als 13.200 meist junge Erwachsene taufen. Diese Entwicklung verleiht dem Besuch des Papstes zusätzliche Bedeutung, da er gezielt junge Gläubige anspricht und sie in ihrem Engagement für den Glauben bestärkt.

Für Samstag ist ein weiterer Höhepunkt der Reise geplant. Vor Beginn der großen Messe auf der Place de la Concorde will der Papst mit einigen jungen Erwachsenen zusammentreffen, die sich auf die Taufe vorbereiten. Das Treffen unterstreicht das Anliegen von Leo XIV., den Dialog mit der jungen Generation zu suchen und ihre Fragen und Ängste ernst zu nehmen. Die Reise nach Frankreich ist der erste Besuch des Papstes in dem Land seit seiner Wahl.

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Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.