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Umfrage: Mehr Europäer bezeichnen sich als pro-palästinensisch

Eine repräsentative Umfrage in Deutschland und weiteren europäischen Staaten zeigt eine anhaltende Verschiebung der öffentlichen Meinung zulasten Israels. Drei Jahre nach Beginn des Gaza-Kriegs wächst die Zahl derer, die sich als pro-palästinensisch einordnen.

Umfrage: Mehr Europäer bezeichnen sich als pro-palästinensisch
Nach drei Jahren Krieg in Gaza – Immer mehr Europäer bezeichnen sich als „pro-palästinensisch“

Drei Jahre nach Beginn des Krieges im Gazastreifen hat sich die öffentliche Meinung in Europa weiter von Israel entfernt. Eine repräsentative Umfrage in Deutschland und anderen europäischen Staaten kommt zu dem Ergebnis, dass sich immer mehr Menschen als «pro-palästinensisch» bezeichnen. Die Stimmung hat sich in den vergangenen Jahren damit nicht zugunsten Israels entwickelt.

Die Erhebung liefert laut dem Bericht weitere Erkenntnisse über die Einstellungen der europäischen Bevölkerung. So zeigt sie auch, welche Gruppe in der öffentlichen Wahrnehmung als besonders antisemitisch gilt. Die Umfrage wurde in mehreren Ländern durchgeführt und gilt als repräsentativ für die jeweiligen Bevölkerungen.

Die Ergebnisse deuten auf eine anhaltende Verschiebung in der öffentlichen Debatte hin. Während in den ersten Monaten nach dem Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 vielerorts noch eine breite Solidarität mit Israel zu beobachten war, hat sich das Bild in den folgenden drei Jahren verändert. Die Zahl derjenigen, die sich eher auf der palästinensischen Seite verorten, ist gewachsen.

Die Umfrage erfasst dabei nicht nur die grundsätzliche Haltung zum Nahostkonflikt, sondern auch die Wahrnehmung einzelner Gruppen. Die Frage, welche Gruppe als besonders antisemitisch angesehen wird, berührt ein sensibles Feld der europäischen Öffentlichkeit. Die Antworten geben Aufschluss darüber, wie die Bevölkerung Antisemitismus verortet und welche Vorurteile dabei möglicherweise selbst eine Rolle spielen.

Für die politische Debatte in Deutschland und Europa sind die Ergebnisse von Bedeutung. Sie fallen in eine Zeit, in der Regierungen ihren Kurs im Nahostkonflikt verteidigen müssen und in der sich die öffentliche Meinung zunehmend ausdifferenziert. Die Umfrage zeigt, dass die europäische Öffentlichkeit den Konflikt nicht mehr nur als außenpolitisches Thema wahrnimmt, sondern zunehmend auch als innergesellschaftliche Frage.

Die Verschiebung der Stimmung könnte auch Auswirkungen auf die künftige Ausrichtung europäischer Regierungen haben. Wenn sich Wählerinnen und Wähler stärker mit der palästinensischen Seite identifizieren, geraten Regierungen unter Druck, ihre Position zu überdenken. Zugleich bleibt die Erinnerung an den Holocaust und die Verantwortung gegenüber Israel ein zentraler Bezugspunkt der deutschen und europäischen Politik.

Die Umfrage liefert damit ein detailliertes Bild der öffentlichen Meinung nach drei Jahren Krieg. Sie zeigt, dass die Auseinandersetzung mit dem Nahostkonflikt in Europa an Intensität nicht verloren hat – und dass sich die Gewichte in der öffentlichen Wahrnehmung weiter verschieben.

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Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.