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Piddington stimmt für Abspaltung von Großbritannien aus Protest gegen Asylunterkunft

Ein kleines englisches Dorf hat in einem rechtlich unverbindlichen Referendum für die Loslösung vom Vereinigten Königreich gestimmt. Auslöser ist der Plan der Regierung, auf einem ehemaligen Militärgelände in der Nähe eine große Asylunterkunft für bis zu 1.250 Menschen einzurichten.

Piddington stimmt für Abspaltung von Großbritannien aus Protest gegen Asylunterkunft
Migrationspolitik: Wegen Asylplan: Dorf will nicht mehr britisch sein

Die gut 350 Einwohnerinnen und Einwohner des englischen Dorfes Piddington haben in einem rechtlich unverbindlichen Referendum mehrheitlich dafür gestimmt, sich symbolisch vom Vereinigten Königreich zu lösen. Auslöser ist der Widerstand gegen eine geplante große Asylunterkunft auf dem nahe gelegenen ehemaligen Militärgelände Bicester. Wie britische Medien übereinstimmend berichteten, votierte die große Mehrheit der Abstimmenden am Dienstag für die Unabhängigkeit.

Die Regierung hatte zuvor Pläne veröffentlicht, das frühere Militärgelände für zehn Jahre in eine Unterkunft für Asylsuchende umzuwandeln. Die maximale Kapazität soll bei rund 1.250 Menschen liegen. Für das kleine Dorf mit seinen gut 350 Einwohnern wäre dies eine erhebliche Veränderung seiner unmittelbaren Umgebung. Der Protest richtet sich gegen die Unterbringung von Asylsuchenden in dieser Größenordnung.

Unterstützt wurde die Abstimmung von der rechtsextremen Partei Restore Britain. Deren Vorsitzender Rupert Lowe war am Tag des Referendums im Dorf zu sehen und gab zahlreiche Interviews. Lowe war 2024 für die rechtspopulistische Partei Reform UK ins Parlament gewählt worden, trat aber unter anderem nach Differenzen mit Reform-Chef Nigel Farage aus. Seitdem sitzt er als unabhängiges Mitglied im Unterhaus. Restore Britain wird politisch noch weiter rechts als Reform UK eingeordnet.

Migration ist in Großbritannien seit Jahren ein Wahlkampfthema. Insbesondere Reform UK erstarkte mit der Ankündigung eines strikteren Kurses in der Migrationspolitik. Den von der Regierung veröffentlichten Statistiken zufolge steigen die Einwanderungszahlen im Vereinigten Königreich jedoch nicht an. Im Gegenteil: Bei der Nettozuwanderung wurde im vergangenen Jahr ein deutlicher Rückgang verzeichnet.

Das Referendum in Piddington ist rechtlich wirkungslos und hat keine bindenden Folgen für die Zugehörigkeit des Dorfes zum Vereinigten Königreich. Es ist als symbolischer Protest gegen die geplante Asylunterkunft zu verstehen. Die Abstimmung fällt in eine Zeit, in der Migration und Asylpolitik in Großbritannien intensiv diskutiert werden und Parteien am rechten Rand mit restriktiven Forderungen Aufmerksamkeit gewinnen.

Die Pläne der Regierung sehen vor, das ehemalige Militärgelände Bicester für zehn Jahre als Asylunterkunft zu nutzen. Die maximale Kapazität von rund 1.250 Menschen übersteigt die Einwohnerzahl von Piddington um ein Mehrfaches. Die Anwohner befürchten offenbar erhebliche Auswirkungen auf ihr Dorfleben. Die Abstimmung zeigt, wie stark die Unterbringung von Asylsuchenden die lokale Bevölkerung mobilisieren kann.

Ob die Regierung an ihren Plänen festhält, ist nicht bekannt. Die symbolische Abstimmung dürfte jedoch die Debatte über die Unterbringung von Asylsuchenden in ländlichen Gebieten weiter anheizen. Die Unterstützung durch eine rechtsextreme Partei verleiht dem Protest eine zusätzliche politische Dimension. In Großbritannien bleibt Migration eines der bestimmenden Themen der politischen Auseinandersetzung.

Florian Lorenz

Autor

Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.