Donnerstag, 1. Oktober 2026 Nachrichten im Zusammenhang Über die Zeitung
Güldendorf Suche

Politik

Pentagon kürzt Generalposten und plant Musk-Projekt zur Kriegsführung

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth verteidigt Umbau des Pentagons und kündigt Einsparungen bei Generälen und Admiralen an. Elon Musk soll Projekt zur Zukunft der Kriegsführung leiten.

Pentagon kürzt Generalposten und plant Musk-Projekt zur Kriegsführung
US-Verteidigung: Kürzungen und neue Rolle für Musk: Veränderungen im Pentagon

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat die umstrittene Umgestaltung des Pentagon unter seiner Führung verteidigt und weitere tiefgreifende Veränderungen angekündigt. In einer Rede zur «Lage der Streitkräfte» vor Militärs in Quantico im US-Bundesstaat Virginia bestätigte er, dass das Verteidigungsministerium ein Fünftel aller für Admiräle und Generäle vorgesehenen Dienstposten streichen will. US-Medien hatten darüber bereits vorab berichtet.

Gleichzeitig verkündete Hegseth ein neues Projekt zur Erforschung der «Zukunft der Kriegsführung», das unter anderem von Tech-Milliardär Elon Musk geleitet werden soll. Der Zweck des Projekts sei es, «mit einem kreativen Blick auf die Zukunft zu schauen und Bereiche zu identifizieren, die wir erobern müssen, und die Fähigkeiten, die wir beherrschen müssen», sagte Hegseth. Dabei sprach er auch das Thema der autonomen Kriegsführung an, also den Einsatz von Waffensystemen und Künstlicher Intelligenz, die ohne direkten menschlichen Eingriff aktiv sein und etwa Angriffe ausführen können. «Wir müssen vorausschauend handeln, um die technologische und militärische Überlegenheit auf dem Schlachtfeld für die kommenden Jahrzehnte zu sichern», betonte er. Ergebnisse des Projekts erwartet der Pentagon-Chef innerhalb von 120 Tagen.

Der Verteidigungsminister kündigte zudem die Schaffung eines neuen Vier-Sterne-Kommandos an, um autonome und robotergestützte Fähigkeiten im US-Militär auszubauen. In seiner Rede erwähnte Hegseth auch eine Initiative, die sicherstellen soll, dass jede größere Militäreinrichtung in den USA ihren eigenen Strom erzeugen kann. Das Ziel: Auch dann handlungsfähig zu bleiben, wenn das zivile Stromnetz durch Cyberangriffe oder Sabotage lahmgelegt wird. Darüber hinaus verkündete der Pentagon-Chef, dass Präsident Donald Trump einen neuen Militärstützpunkt im eigenen Land bauen will. Die Gouverneurinnen und Gouverneure der Bundesstaaten forderte er auf, sich dafür zu bewerben. «Wenn Ihr Bundesstaat die Ehre haben möchte, 15.000 bis 25.000 der großartigen US-amerikanischen Soldaten zu beherbergen, zeigen Sie uns, warum und wie Sie das bewerkstelligen wollen», sagte Hegseth.

In seiner knapp einstündigen Rede pries Hegseth auch umstrittene Veränderungen, die unter seiner Führung bereits erfolgt sind. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Pentagon die Zahl der aktiven Vier-Sterne-Generäle und -Admiräle erheblich zusammengestrichen. In den vergangenen Monaten waren immer wieder Top-Führungskräfte im Pentagon entlassen oder zum Rückzug gedrängt worden. Die Gründe dafür blieben oft unklar. Seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 trieb der 46-Jährige auch den Ausschluss von Transmenschen aus dem Militär und den Abbau von Programmen für Diversität und Gleichstellung voran. Vor den Militärs in Virginia betonte er nun: «Die ideologischen Clowns sind raus. Die patriotischen Cowboys sind drin.» Dabei wertete er wiederholt Personengruppen – wie beispielsweise Transmenschen – ab. Zufrieden stellte Hegseth fest, dass es nun nur noch «Krieger» in den eigenen Reihen gebe. Die vielfach beschworene neue Ausrichtung auf ein «Krieger-Ethos» spiegelt sich seit etwa einem Jahr auch im Namen des Verteidigungsministeriums wider: Die Regierung von US-Präsident Donald Trump bezeichnet es seit vergangenem Herbst als «Kriegsministerium».

12Aufrufe

Henrik Falkenberg

Autor

Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.