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Merz erreicht Rekordtief in Umfrage – nur 10 Prozent zufrieden

Nur jeder Zehnte ist laut ARD-Deutschlandtrend mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz zufrieden. Das ist der niedrigste Wert für einen Kanzler seit Beginn der Erhebung 1997. Auch die Union fällt auf 20 Prozent, die AfD liegt bei 27 Prozent.

Merz erreicht Rekordtief in Umfrage – nur 10 Prozent zufrieden
Merz im Rekordtief – Nur 10 Prozent zufrieden mit Kanzler

Bundeskanzler Friedrich Merz verzeichnet in der aktuellen politischen Stimmung einen historischen Tiefpunkt. Im ARD-Deutschlandtrend zeigen sich nur 10 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden. Ein so niedriger Wert war für einen Kanzler in der Geschichte dieser Erhebung seit 1997 noch nie gemessen worden. Fast neun von zehn Befragten, nämlich 88 Prozent, äußern sich weniger oder gar nicht zufrieden mit der Arbeit des CDU-Politikers.

Für die repräsentative Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch insgesamt 1.303 Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland. Der aktuelle Wert bedeutet einen weiteren Rückgang im Vergleich zu Anfang September, als Merz noch 13 Prozent Zustimmung erreicht hatte. Der Abwärtstrend setzt sich damit über mehrere Wochen fort.

Auch für die Union insgesamt liefert die Erhebung wenig Erfreuliches. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, kämen CDU und CSU gemeinsam auf 20 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt weniger als Anfang September. Die AfD läge unverändert bei 27 Prozent und damit sieben Punkte vor der Union. Die Grünen würden mit 16 Prozent den dritten Platz belegen, vor der SPD mit 13 Prozent. Die Linke käme auf 11 Prozent. Die FDP erreicht mit 4 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde nicht und wäre damit nicht im Bundestag vertreten.

Deutlich besser als der Kanzler schneiden andere Mitglieder der Bundesregierung in der Umfrage ab. Verteidigungsminister Boris Pistorius von der SPD erreicht mit 50 Prozent den höchsten Zufriedenheitswert. Jeder Zweite ist mit seiner Arbeit sehr zufrieden oder zufrieden. Außenminister Johann Wadephul von der CDU kommt auf 34 Prozent Zustimmung. Innenminister Alexander Dobrindt von der CSU erreicht 27 Prozent.

Weniger Zustimmung erhalten Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil sowie Arbeitsministerin Bärbel Bas, beide von der SPD. Mit Klingbeil zeigt sich jeder Fünfte zufrieden, mit Bas etwa jeder Sechste. Die Werte liegen damit deutlich unter denen von Pistorius, aber über dem des Kanzlers.

Die Umfrageergebnisse fallen in eine Phase, in der die Koalition ohnehin unter Spannungen steht. Ein Gesetzentwurf zur Zuckersteuer, den Finanzminister Klingbeil auf den Weg brachte, wurde vom Kanzler gestoppt. Dieser Vorgang legt den schlechten Zustand der Koalition offen und dürfte die öffentliche Wahrnehmung der Regierungsarbeit zusätzlich belasten.

Der Deutschlandtrend wird seit 1997 erhoben und gilt als eine der wichtigsten regelmäßigen Stimmungsbarometer der deutschen Politik. Der bisherige Negativrekord für einen Kanzler lag deutlich über dem aktuellen Wert. Die aktuelle Erhebung markiert damit einen neuen Tiefpunkt in der Geschichte der Umfrage.

Die Zahlen dürften auch innerhalb der Union für Diskussionen sorgen. Mit 20 Prozent liegt die Partei deutlich hinter der AfD, die unverändert bei 27 Prozent verharrt. Die Grünen und die SPD folgen mit einigem Abstand. Die FDP bleibt mit 4 Prozent außerhalb des Bundestags. Die politische Landschaft zeigt sich damit weiter fragmentiert, während die Regierungsparteien an Zustimmung verlieren.

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Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.