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Hubert Aiwanger tot in Berliner Hotelzimmer aufgefunden

Der Chef der Freien Wähler und bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Er wurde am Mittwoch in einem Berliner Hotelzimmer leblos gefunden, wie die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte.

Hubert Aiwanger tot in Berliner Hotelzimmer aufgefunden
© t-online.de

Der Vorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Er wurde am Mittwoch leblos in einem Berliner Hotelzimmer gefunden. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat den Fund bestätigt. Aiwanger hatte in der Hauptstadt die Eröffnung eines Büros der Freien Wähler Berlin mit einer Rede begleiten sollen.

Die Veranstaltung sagte er nach eigenen Angaben aus gesundheitlichen Gründen ab. Kurz darauf wurde er in seinem Zimmer nicht ansprechbar aufgefunden. Aiwanger hinterlässt zwei Kinder. Er lebte zuletzt mit der Landrätin Tanja Schweiger zusammen. Zur Todesursache lagen zum Zeitpunkt der Berichterstattung keine bestätigten Angaben vor.

Politisch prägte Aiwanger über Jahre die bayerische Landespolitik. Er zog 2008 als Fraktionschef der Freien Wähler in den Bayerischen Landtag ein. Nach der Landtagswahl 2018 wurde er in der Koalition mit der CSU Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident. Auf Landesebene führte er die Freien Wähler seit 2006, auf Bundesebene seit 2010. Der Aufstieg der Partei war eng mit seiner Person verbunden, die Freien Wähler verstanden sich als bürgernahe Alternative zu den großen Parteien.

Eine der schwersten Krisen seiner Laufbahn war die sogenannte Flugblatt-Affäre des Jahres 2023. Damals gerieten Vorwürfe wegen eines antisemitischen Flugblatts aus seiner Schulzeit in den Mittelpunkt der Debatte. Die Affäre brachte die Koalition mit der CSU an den Rand des Bruchs und stellte Aiwangers Amt in Frage. Dennoch erreichten die Freien Wähler bei der folgenden Landtagswahl 15,8 Prozent, ein Ergebnis, das die Bedeutung der Partei in Bayern unterstrich.

Aiwanger war bekannt für seinen bayerischen Dialekt, frei gehaltene Reden und einen populistisch gefärbten Stil, mit dem er sich von den Routinen des Politikbetriebs abhob. Ein langgehegtes Ziel blieb der Einzug der Freien Wähler in den Bundestag, den er bis zuletzt nicht erreichte. Zudem war in den kommenden Tagen eine Wiederwahl als Bundesvorsitzender geplant.

Ministerpräsident Markus Söder reagierte auf den Tod mit den Worten, es sei eine absolute Tragödie. Mit Aiwanger verliert die bayerische Politik eine ihrer markantesten Figuren, die die Landesregierung über Jahre mitgeprägt hat. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen des Todes dauerten zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch an.

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Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.