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Fast 260.000 russische Kriegstote namentlich bestätigt

Unabhängige russische Medien haben die Identität von fast 260.000 gefallenen russischen Soldaten bestätigt. Allein in zwei Wochen kamen über 10.000 Namen hinzu – doppelt so viele wie üblich. Die tatsächliche Zahl der Toten dürfte deutlich höher liegen.

Fast 260.000 russische Kriegstote namentlich bestätigt
Ukraine-Krieg: Zahl der russischen Kriegstoten bestätigt

Im Krieg in der Ukraine sind bislang fast 260.000 russische Todesopfer namentlich bekannt. Das unabhängige russische Medienunternehmen «Mediazona» hat in Zusammenarbeit mit dem russischen Dienst der BBC die Identitäten von 258.989 gefallenen Militärangehörigen bestätigt. Allein in den vergangenen zwei Wochen seien mehr als 10.000 Namen hinzugekommen, doppelt so viele wie sonst in diesem Zeitraum. Als Grund nennt «Mediazona» insbesondere eine Liste von Leichen, die zwischen der Ukraine und Russland ausgetauscht wurde. Die Namen werden allerdings erst in die Statistik aufgenommen, wenn die Identität über offizielle Register unabhängig bestätigt werden kann. Die tatsächliche Zahl der Todesfälle dürfte daher deutlich höher liegen, da nicht alle Fälle zweifelsfrei zu identifizieren sind.

Unterdessen hat US-Präsident Donald Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach eigenen Angaben aufgefordert, die Angriffe auf russische Ölraffinerien zu reduzieren. Trump sagte, er habe Selenskyj geraten, den Ausbau der Raffinerien zu verlangsamen. Selenskyj habe geantwortet: «Vielleicht werden wir das tun.» Die Äußerungen fallen in eine Phase intensiver diplomatischer Bemühungen, in der die USA auf eine Deeskalation an einzelnen Frontabschnitten drängen.

Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine erneut Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. In Charkiw im Osten des Landes wurden nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow 29 Menschen bei einem Angriff auf ein Wohnhaus verletzt, darunter zehn Minderjährige. Russland habe Gleitbomben eingesetzt. Auch die Hauptstadt Kiew und ihr Umland waren erneut Ziel von Attacken. In der Region Kiew kamen nach Angaben von Präsident Selenskyj zwei Menschen ums Leben, bei einem der Toten handele es sich um einen aserbaidschanischen Staatsbürger. Selenskyj berichtete zudem von Drohnenangriffen und Schäden an Wohnhäusern, Telekommunikationsinfrastruktur und Tankstellen in der Hauptstadt. In der Region Odessa sei ein Schiff unter der Flagge von Palau getroffen worden, dort sprachen regionale Behörden von zwei Verletzten.

Bei russischen Drohnenangriffen auf Kiew und andere Regionen sind am Sonntag ukrainischen Angaben zufolge mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. In einem Vorort westlich von Kiew schlug eine Drohne auf einem Markt ein, wobei zwei Menschen getötet und etwa zehn verletzt wurden, wie die ukrainische Staatsanwaltschaft mitteilte. In der nordukrainischen Stadt Sumy starben nach Angaben des regionalen Gouverneurs Oleh Hryhorow zwei Menschen durch Gleitbomben. In Charkiw im Nordosten des Landes wurde der Fahrer eines Autos durch einen Drohneneinschlag getötet.

Für diplomatischen Zündstoff sorgt zudem ein Vorfall zwischen der Ukraine und Südkorea. Seoul wirft Kiew vor, gegen eine vertrauliche Vereinbarung zur Überstellung nordkoreanischer Kriegsgefangener verstoßen zu haben. Das südkoreanische Präsidialamt fordert eine offizielle Erklärung und eine Entschuldigung. Hintergrund sind Äußerungen Selenskyjs bei der UN-Generalversammlung in New York, wonach sein Land zwei nordkoreanische Soldaten an Südkorea überstellt habe. Die Offenlegung stieß in Seoul auf Unmut. Südkoreas Staatschef Lee Jae Myung schrieb, es sei sehr enttäuschend, dass die ukrainische Seite die Vereinbarung gebrochen und die Angelegenheit öffentlich gemacht habe. Selenskyjs Berater Dmytro Lytwyn entgegnete, die Ukraine sei «ein offenes Land», es wäre seltsam gewesen, die Soldaten heimlich zu übergeben. Südkorea wies zudem die Darstellung des ukrainischen Präsidialbüros zurück, es habe keine Vertraulichkeitsvereinbarung gegeben; dies untergrabe das Vertrauen zwischen beiden Regierungen erheblich.

Ein weiteres diplomatisches Nachspiel hatte ein Treffen des russischen Außenministers Sergej Lawrow mit seinem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul in New York. Lawrow legte Wadephul im Besprechungsraum der russischen Delegation im UN-Gebäude ein provozierendes Schriftstück vor, das bereits in englischer Sprache auf dessen Platz lag.

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Florian Lorenz

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Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.