Äthiopische Armee vertreibt Tigray-Rebellen aus Provinz Afar
Regierungstruppen in Äthiopien haben nach Angaben von Hilfsorganisationen die volle Kontrolle über die Hauptstadt der Provinz Tigray übernommen und die Tigray-Rebellen aus der Nachbarprovinz Afar vertrieben.
Die äthiopische Armee hat nach Angaben von Hilfsorganisationen die Tigray-Rebellen aus der Provinz Afar vertrieben und die volle Kontrolle über die Hauptstadt der Provinz Tigray übernommen. Die Regierungstruppen setzten damit ihren Vormarsch in der umkämpften Region im Norden des Landes fort.
Die Hilfsorganisationen berichten, dass die Armee die Rebellen aus Afar verdrängt habe. Zuvor hatten die Tigray-Rebellen in der Nachbarprovinz Tigray Stellungen gehalten. Die Provinz Afar grenzt an Tigray und war in den vergangenen Monaten Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und den Rebellen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF).
Die Einnahme der Provinzhauptstadt von Tigray durch die Regierungstruppen markiert einen Wendepunkt im Konflikt. Die Stadt war seit Beginn des Krieges im November 2020 mehrfach umkämpft. Die Rebellen hatten die Kontrolle über weite Teile der Provinz Tigray erlangt, bevor die Armee eine Gegenoffensive startete.
Die humanitäre Lage in der Region bleibt angespannt. Hilfsorganisationen warnen vor einer Verschärfung der Versorgungskrise für die Zivilbevölkerung. Die Kämpfe haben bereits zehntausende Menschen zur Flucht gezwungen, viele von ihnen in die Provinz Afar und in den Sudan.
Die äthiopische Regierung hat die militärischen Erfolge bislang nicht offiziell bestätigt. Unabhängige Berichte aus der Region sind aufgrund der eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten für Journalisten und Hilfsorganisationen schwer zu überprüfen. Die Regierung hatte wiederholt betont, dass sie die Rebellen besiegen und die Ordnung in der Region wiederherstellen wolle.
Der Konflikt in Tigray dauert seit über einem Jahr an. Er hat sich zu einer der schwersten humanitären Krisen der Welt entwickelt. Internationale Organisationen fordern einen sofortigen Waffenstillstand und ungehinderten Zugang für Hilfslieferungen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass Millionen Menschen in der Region auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.
Die jüngsten Entwicklungen könnten die Dynamik des Konflikts verändern. Sollten sich die Berichte bestätigen, wäre dies ein erheblicher Rückschlag für die Tigray-Rebellen, die zuletzt militärische Erfolge erzielt hatten. Die Regierungstruppen hatten im vergangenen Jahr mehrere Städte in Tigray zurückerobert, darunter die Hauptstadt Mekelle, die sie später jedoch wieder aufgaben.
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Lage mit Sorge. Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten haben wiederholt zu einer friedlichen Lösung des Konflikts aufgerufen. Beide Seiten werden beschuldigt, Menschenrechtsverletzungen begangen zu haben. Eine unabhängige Untersuchung der Vereinten Nationen dokumentierte schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht.
Die äthiopische Regierung hatte im November 2020 eine Militäroperation gegen die TPLF gestartet, nachdem diese angeblich Regierungseinrichtungen angegriffen hatte. Die TPLF kontrollierte zuvor jahrelang die Regionalregierung von Tigray. Der Konflikt hat sich seitdem zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet, in den auch Eritrea und andere Nachbarländer verwickelt sind.
Die Hilfsorganisationen fordern weiterhin ungehinderten Zugang zu den betroffenen Gebieten, um die notleidende Bevölkerung mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und anderen lebenswichtigen Gütern zu versorgen. Die Versorgungslage in Tigray und den angrenzenden Provinzen bleibt kritisch.
3
