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ZDF-Satire «ZDF Magazin vor Ort» persifliert die Samstagabendshow

Das Team des «ZDF Magazin Royale» widmet sich in einer halbstündigen Satire dem Genre der Samstagabendshow. Caro Worbs spielt eine überengagierte Reporterin, die hinter die Kulissen einer fiktiven letzten Ausgabe blickt. Die Produktion ist ab dem 25. September im ZDF-Streamingportal zu sehen und läuft linear um 23.00 Uhr.

ZDF-Satire «ZDF Magazin vor Ort» persifliert die Samstagabendshow
Satire „ZDF Magazin vor Ort“: ZDF-Abgesang auf alte Samstagabendshows

Das Team des «ZDF Magazin Royale» um Jan Böhmermann wendet sich in einer neuen halbstündigen Satire dem Fernsehgenre der Samstagabendshow zu. Unter dem Titel «ZDF Magazin vor Ort» berichtet das Format «fast live von fast echten Ereignissen», wie es in der Beschreibung heißt. Im Mittelpunkt steht die fiktive Show «Was ist da im Busch?», die angeblich von 1977 bis 2013 in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein Kultstatus genoss. Die Ausgabe startet am 25. September im Streamingportal des ZDF und wird am selben Tag um 23.00 Uhr linear ausgestrahlt.

Caro Worbs spielt die Reporterin Joana Giesswein, die in einer epischen Countdown-Show das Publikum hinter die Kulissen der letzten Ausgabe von «Was ist da im Busch?» führt. Giesswein moderiert aus der «Stadthalle Fellbach» und füllt die halbe Stunde vor dem TV-Event, als handele es sich um den Eurovision Song Contest. Sie spricht stets zu laut und bemüht, interviewt den Showgast Henning Krautmacher, den ehemaligen Frontmann der Höhner, und zeigt unter anderem eine Garderobentür neben Zendaya. Auch der «ZDF-Abteilungsleiter der Stabsstelle Show, Kabarett & Lanz» wird kurz befragt. Die Reporterin weist zudem auf die TikTok-Drillinge hin, die für die Show ins Netz schauen, und auf einen Twitch-Stream.

Die fiktive Show wird von dem angeblich legendären Showmaster Achim «Trenki» Trenkberger moderiert, gespielt von Miguel Robitzky. Heute macht Trenki nur noch einen Podcast mit seinem Wegbegleiter Luggi Kramer, Titel: «Das wird man wohl noch sagen dürfen – Früher war halt alles anders – Da haben wir uns über so was noch keine Gedanken gemacht». 13 Jahre nach der letzten regulären Ausgabe soll er eine Abschiedsshow bekommen, die an alte Zeiten erinnert. Die Figur Trenki ist laut den Beschreibungen und den liebevoll retromäßig gemachten Ausschnitten irgendetwas zwischen Peter Frankenfeld, Hans-Joachim Kulenkampff, Hans Rosenthal, Michael Schanze, Jürgen von der Lippe, Mike Krüger und Thomas Gottschalk. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind bei diesem Format natürlich null zufällig.

Die Sendung «Was ist da im Busch?» war irgendetwas mit Butler, ein paar Meerschweinchen, lustigen Ratespielen wie «Die springende Frikadelle» oder «Meine Frau ist dümmer» sowie Top-Stars der jeweiligen Zeit. Es gab auch eine vom Moderator sexistisch behandelte Assistentin namens Pamela «Pammel» Hoffmann, ebenfalls gespielt von Caro Worbs, mit der es 2001 einen Skandal gab und die nun eine Versöhnung erleben soll. Die Satire über unbeholfenes Live-Fernsehen und die gar nicht so tolle gute alte Zeit ist nicht zum Brüllen komisch, aber liebevoll gemachtes, nerdiges Fernsehen zum Schmunzeln. Caro Worbs parodiert die Show-Welt der alten Samstagabendunterhaltung.

Unterstützung in Kurzauftritten gibt es von Sonya Kraus, Marijke Amado, Bettina Böttinger, Pierre M. Krause und natürlich Jan Böhmermann. Das «ZDF Magazin Royale» selbst endet bekanntlich Ende des Jahres. Die neue Satire knüpft an die nostalgische Verklärung der Samstagabendshow an, wie sie Florian Illies vor gut 25 Jahren in «Generation Golf» beschrieb. Damals durften Kinder der Mittelschicht samstagabends im Kapuzenbademantel «Wetten, dass..?» gucken. «Niemals wieder hatte man in späteren Jahren solch ein sicheres Gefühl, zu einem bestimmten Zeitpunkt genau das Richtige zu tun», schrieb Illies. Auf diesem trügerischen Gefühl aus der Vergangenheit und der Fernsehtradition der Samstagabendshow reitet die neue Produktion herum.

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Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.