Thüringer Heilbäderverband fordert Kurtaxe für Geschäftsreisende
Der Thüringer Heilbäderverband will, dass künftig auch Geschäftsreisende einen Kurbeitrag zahlen. Verbandspräsident Matthias Strejc begründet dies mit der Nutzung von Kurparks, Thermen und Kulturangeboten. Die Landesregierung soll die Ausnahmen im Kommunalabgabengesetz streichen.
Der Thüringer Heilbäderverband hat eine Änderung der Finanzierung der kurörtlichen Infrastruktur gefordert. Künftig sollen auch Geschäftsreisende einen Kurbeitrag entrichten, wie Verbandspräsident Matthias Strejc bei einem Treffen von Verbandsvertretern mit Politik und Kommunen in Bad Langensalza erklärte. Zur Begründung verwies er darauf, dass Geschäftsreisende ebenfalls Kurparks, Thermen oder kulturelle Veranstaltungen nutzten, etwa abends oder in ihrer freien Zeit während des Aufenthalts. Bislang sieht das Thüringer Kommunalabgabengesetz nach Angaben des Verbandes Ausnahmen für Geschäftsreisende vor, die keinen Kurbeitrag zahlen müssen. Diese Regelung solle bei der geplanten Gesetzesänderung angepasst werden.
«Wir hoffen auf eine zügige Umsetzung der Reform. Sie stellt die Finanzierung der kurörtlichen Infrastruktur endlich auf eine breitere und verlässlichere Grundlage», sagte Strejc. Der Kurbeitrag wird in Thüringen nicht landesweit einheitlich erhoben. In der Regel fällt pro Gast und Tag ein einstelliger Betrag an. Die Einnahmen dienen der Finanzierung von Einrichtungen und Angeboten, die dem Kurbetrieb und dem Tourismus zugutekommen. Mit der Ausweitung auf Geschäftsreisende soll die finanzielle Basis dieser Infrastruktur verbreitert werden.
Der Verband vertritt 17 Mitgliedsorte. Diese verzeichneten im ersten Halbjahr 2026 rund 1,3 Millionen Übernachtungen und damit etwas mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bei dem Treffen in Bad Langensalza gab der Verband zudem Einblick in den Einsatz künstlicher Intelligenz in den Bäderbetrieben. Danach wird die Technologie bereits genutzt, um Therapiepläne zu erstellen. Die Diskussion über die Kurtaxe für Geschäftsreisende ist Teil der laufenden Debatte über die Finanzierung kommunaler Infrastruktur und die Verteilung der Kosten zwischen Gästen, Kommunen und Leistungsträgern.
