Wirtschaftsnobelpreis für US-Ökonomen Hall und Woodford
Die beiden US-Forscher Robert E. Hall und Michael Woodford erhalten den diesjährigen Wirtschaftsnobelpreis für ihre Arbeiten zu den mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung. Ihre Modelle zeigen, wie Zentralbanken und Regierungen Rezessionen abmildern oder Überhitzungen der Wirtschaft entgegenwirken können.
Die US-Ökonomen Robert E. Hall und Michael Woodford erhalten den diesjährigen Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften. Wie die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mitteilte, werden die beiden Forscher für ihre Arbeiten zu den mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung ausgezeichnet. Der Preis ist die letzte in diesem Jahr vergebene Nobelpreis-Kategorie.
Hall und Woodford haben Modelle entwickelt, mit denen sich analysieren lässt, wie Zentralbanken und Regierungen auf Konjunkturschwankungen reagieren können. Ihre Forschung zeigt Wege auf, wie eine Rezession abgemildert oder einer Überhitzung der Wirtschaft entgegengewirkt werden kann. Damit liefern sie eine theoretische Grundlage für die praktische Geld- und Fiskalpolitik in Krisenzeiten.
Der Wirtschaftsnobelpreis, offiziell als Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften zu Ehren Alfred Nobels bekannt, wird seit 1969 vergeben. Er gehört nicht zu den fünf ursprünglichen Nobelpreisen, die auf das Testament des schwedischen Erfinders Alfred Nobel zurückgehen, sondern wurde von der Schwedischen Reichsbank gestiftet. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld dotiert und wird traditionell am 10. Dezember, dem Todestag Nobels, feierlich überreicht.
Die Arbeiten von Hall und Woodford sind besonders relevant für die aktuelle wirtschaftspolitische Debatte. In Zeiten hoher Inflation und zugleich schwacher Konjunktur stehen Notenbanken und Regierungen vor der Herausforderung, die richtige Balance zwischen Preisstabilität und Wachstumsförderung zu finden. Die ausgezeichneten Modelle helfen zu verstehen, wie wirtschaftspolitische Maßnahmen auf die Erwartungen von Haushalten und Unternehmen wirken und welche Nebenwirkungen sie entfalten können.
Robert E. Hall ist Professor an der Stanford University und gilt als einer der einflussreichsten Makroökonomen der Gegenwart. Michael Woodford lehrt an der Columbia University und hat insbesondere durch seine Arbeiten zur Geldpolitik und zur Bedeutung von Erwartungen in der Makroökonomie internationale Bekanntheit erlangt. Beide Forscher haben durch ihre jahrzehntelange Arbeit die moderne Wirtschaftswissenschaft nachhaltig geprägt.
Die Bekanntgabe in Stockholm markiert den Abschluss der diesjährigen Nobelpreis-Saison. In den Tagen zuvor waren bereits die Preisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden verkündet worden. Die feierliche Verleihung aller Nobelpreise findet traditionell am 10. Dezember in Stockholm und Oslo statt.
9
