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Wirtschaftsinstitute verdoppeln Wachstumsprognose für 2026

Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für 2026 ein BIP-Wachstum von 1,3 Prozent und verdoppeln damit ihre Prognose. Sie mahnen zugleich zu mehr staatlicher Sparsamkeit und warnen vor Risiken.

Wirtschaftsinstitute verdoppeln Wachstumsprognose für 2026
Konjunktur: Wirtschaftsinstitute verdoppeln Wachstumsprognose

Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für das kommende Jahr deutlich angehoben. Wie aus dem am Vormittag vorgelegten Herbstgutachten hervorgeht, erwarten die Forscher für 2026 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,3 Prozent. Damit verdoppeln sie ihre bisherige Vorhersage. Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach Einschätzung der Institute im Aufschwung.

Die Prognose fällt damit spürbar optimistischer aus als noch im Frühjahr. Die Institute reagieren mit der Korrektur auf eine besser als erwartete Konjunkturentwicklung. Für das laufende Jahr hatten die Forscher bislang mit einem deutlich schwächeren Wachstum gerechnet. Die nun vorgelegte Zahl markiert eine Zäsur in der wirtschaftlichen Einschätzung.

Doch die Experten verbinden ihre optimistischere Prognose mit einer deutlichen Warnung. Der Aufschwung stehe auf wackligen Beinen, heißt es in der Analyse. Die Institute sehen erhebliche Risiken, die die positive Entwicklung gefährden könnten. Dazu zählen sie insbesondere die Fiskalpolitik. Der Staat gebe derzeit zu viel Geld aus und müsse dringend mehr sparen. Die Finanzpolitik befinde sich auf Abwegen.

Die Forderung nach einer restriktiveren Haushaltspolitik ist ein zentraler Bestandteil des Gutachtens. Die Wirtschaftsforscher argumentieren, dass eine solide Finanzpolitik die Grundlage für nachhaltiges Wachstum sei. Ohne eine Konsolidierung der öffentlichen Finanzen drohten neue Belastungen. Die Institute richten damit einen klaren Appell an die Politik, die Ausgaben zu überprüfen und Einsparungen vorzunehmen.

Ein weiterer Aspekt der Prognose betrifft die zeitliche Entwicklung. Nach dem kräftigen Anstieg im kommenden Jahr erwarten die Institute eine Abschwächung des Wachstums. Der Aufschwung werde danach wieder abflauen. Diese Aussicht dämpft die Freude über die verdoppelte Prognose. Die Institute zeichnen damit ein Bild, das kurzfristig Optimismus verbreitet, mittelfristig aber zur Vorsicht mahnt.

Die Reaktionen auf das Herbstgutachten dürften in den kommenden Tagen die wirtschaftspolitische Debatte bestimmen. Die Bundesregierung steht vor der Aufgabe, die konjunkturelle Erholung zu unterstützen und gleichzeitig die Haushaltsdisziplin zu wahren. Die Institute liefern mit ihrer Analyse sowohl Rückenwind für die Wachstumserwartungen als auch eine klare Mahnung zur fiskalpolitischen Vernunft.

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Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.