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Schufa: Mehr Verbraucher geraten in Zahlungsschwierigkeiten

Die Schufa meldet einen Anstieg des Anteils der Verbraucher mit Zahlungsstörungen auf 8,1 Prozent. Besonders Menschen zwischen 30 und 49 Jahren sind von Überschuldung betroffen, die Zahl der Privatinsolvenzen stieg auf 88.000.

Schufa: Mehr Verbraucher geraten in Zahlungsschwierigkeiten
Finanzen: Schufa: Mehr Verbraucher rutschen in Zahlungsschwierigkeiten

Die Zahl der Verbraucher in Deutschland, die Rechnungen oder Kreditraten nicht fristgerecht begleichen können, ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Wie die Wirtschaftsauskunftei Schufa in Wiesbaden mitteilte, erhöhte sich der Anteil der Personen mit sogenannten Zahlungsstörungen auf 8,1 Prozent. Im Vorjahr hatte dieser Wert noch bei 7,9 Prozent gelegen. Als Ursache für die Entwicklung nennt das Unternehmen die anhaltend hohen Lebenshaltungskosten sowie die schwache Konjunktur.

«Ein zunehmender Teil der Verbraucher gerät finanziell unter Druck», erklärte die Schufa-Vorstandsvorsitzende Tanja Birkholz. Von einer «Verschuldungskrise» in Deutschland könne jedoch keine Rede sein. Der Anstieg erkläre sich vielmehr aus einer gestiegenen Zahl von Personen, die wegen solcher Probleme von Unternehmenskunden oder Banken an die Schufa gemeldet würden. Als deutliches Warnsignal wertet die Auskunftei, dass deutlich mehr Menschen erstmals in finanzielle Schwierigkeiten gerieten. Ihre Zahl nahm im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent zu. Solche erstmaligen Engpässe privater Haushalte seien seit dem Inflationsschub zwischen Mitte 2021 und 2023 zu beobachten, heißt es in der Analyse.

Auch die Zahl der Anträge auf Privatinsolvenz ist erneut gestiegen, und zwar um 8,3 Prozent auf 88.000 Verfahren. «Der Anstieg der Überschuldung spiegelt die zunehmenden finanziellen Belastungen der Verbraucher wider. Sie müssen seit 2022 deutlich höhere Preise zahlen, insbesondere für Lebensmittel und Energie», schreibt die Schufa in ihrem Risiko- und Kreditkompass. Allerdings lagen die Werte noch unter den Höchstständen der Jahre 2006 bis 2012, als jährlich mehr als 100.000 entsprechende Anträge gestellt wurden. Birkholz betonte gegenüber dem «Focus», von einer Pleitewelle der Deutschen könne keine Rede sein.

Besonders häufig sind Menschen im mittleren Alter von Überschuldung betroffen. Mehr als die Hälfte der neuen Privatinsolvenzen wurde im vergangenen Jahr von Personen im Alter zwischen 30 und 49 Jahren beantragt. Weitere 13 Prozent der Anträge entfielen auf die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen. Nur ein Prozent derjenigen, die sich durch eine Privatinsolvenz entschulden wollten, war älter als 74 Jahre. Unter den Antragstellern waren 58 Prozent Männer und 42 Prozent Frauen.

Grundlage der Auswertung sind historische Daten aus dem archivierten Datenbestand der Schufa zum Stichtag 31. Dezember 2025. Dieser umfasst Informationen zu rund 69 Millionen Verbrauchern in Deutschland. Die Schufa ist die größte Wirtschaftsauskunftei des Landes und sammelt Daten zur Kreditwürdigkeit von Privatpersonen und Unternehmen. Banken, Vermieter und Händler greifen auf diese Informationen zurück, um die Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden einzuschätzen.

Für Verbraucher bedeutet die Entwicklung, dass sich die finanzielle Lage vieler Haushalte weiter angespannt zeigt. Wer bereits Zahlungsstörungen aufweist, hat häufig Schwierigkeiten, neue Kredite oder Verträge abzuschließen. Die Schufa rät Betroffenen, frühzeitig das Gespräch mit Gläubigern zu suchen und Beratungsstellen zu nutzen, um eine weitere Verschärfung der Lage zu vermeiden. Ob sich der Trend fortsetzt, hängt maßgeblich von der weiteren Preisentwicklung und der konjunkturellen Erholung ab.

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Florian Lorenz

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Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.