Meta zu 25 Milliarden Dollar Strafe im Cambridge-Analytica-Skandal verurteilt
Ein US-Gericht in Santa Fe hat den Facebook-Mutterkonzern Meta zu einer Strafzahlung von 25 Milliarden Dollar verurteilt. Das Unternehmen will das Urteil anfechten.
Der Facebook-Mutterkonzern Meta ist im Datenschutzskandal um die britische Analysefirma Cambridge Analytica zu einer Strafzahlung von 25 Milliarden Dollar verurteilt worden. Das berichten mehrere US-Medien übereinstimmend. Das Urteil fällte ein Richter in Santa Fe im Bundesstaat New Mexico. Umgerechnet entspricht die Summe gut 22 Milliarden Euro. Meta kündigte an, gegen die Entscheidung vorzugehen.
Dem Urteil vorausgegangen war ein Schuldspruch einer Jury Ende September. Die Geschworenen befanden den Konzern von Mark Zuckerberg für haftbar, weil er Nutzer über den Schutz ihrer persönlichen Daten getäuscht hatte. Konkret ging es um irreführende Angaben dazu, wie Facebook-Nutzerdaten mit Anwendungen von Drittanbietern geteilt wurden. Die Jury sah es als erwiesen an, dass Meta die Öffentlichkeit über den Umgang mit diesen Daten im Unklaren ließ.
Die Affäre um Cambridge Analytica war im März 2018 bekanntgeworden. Medien aus Großbritannien und den USA enthüllten damals, dass die inzwischen aufgelöste Beratungsfirma die Daten von rund 87 Millionen Facebook-Nutzern ausgewertet hatte, ohne deren Zustimmung einzuholen. Die Daten sollen unter anderem von Politikberatern genutzt worden sein, um die Präsidentschaftswahl 2016 in den USA und das Brexit-Referendum im selben Jahr in Großbritannien zu beeinflussen. In den USA wird der Skandal vor allem mit dem ersten Wahlsieg von Präsident Donald Trump in Verbindung gebracht. Auch andere Politiker der Republikanischen Partei sollen im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur von den Daten profitiert haben.
Bereits kurz nach Bekanntwerden des Skandals hatte die US-Verbraucherschutzbehörde FTC Facebook vorgeworfen, gegen Datenschutzregeln verstoßen zu haben, indem der Konzern Cambridge Analytica Zugang zu den Nutzerdaten gewährte. Im Jahr 2019 zahlte Meta deshalb eine Geldbuße von fünf Milliarden Dollar. Die nun verhängte Strafe von 25 Milliarden Dollar geht deutlich darüber hinaus und könnte den Konzern finanziell hart treffen.
Für Meta ist das Urteil ein weiterer Rückschlag in der Aufarbeitung des Datenschutzskandals, der das Vertrauen in das soziale Netzwerk einst schwer erschütterte. Ob die Strafe in dieser Höhe Bestand haben wird, ist offen. Das Unternehmen hat angekündigt, das Urteil anzufechten. Damit dürfte der Rechtsstreit in den kommenden Monaten in die nächste Instanz gehen.
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