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EZB will digitalen Euro 2027 in Pilotprojekten testen

Die Europäische Zentralbank plant, den digitalen Euro ab 2027 in ersten Pilotprojekten zu erproben. Die Gesetzgebung soll noch in diesem Jahr stehen. Europa will sich damit unabhängiger von US-Zahlungssystemen machen – auch mit Blick auf Donald Trump.

EZB will digitalen Euro 2027 in Pilotprojekten testen
Zahlungsmittel: Europa will unabhängiger von den USA werden – 2027 testet die EZB den digitalen Euro

Die Europäische Zentralbank (EZB) will den digitalen Euro ab 2027 in ersten Pilotprojekten testen. Das berichtet das «Handelsblatt» unter Berufung auf die Pläne der Notenbank. Noch in diesem Jahr soll demnach die Gesetzgebung für die neue digitale Währung stehen. Der Zeitplan ist ambitioniert – und politisch aufgeladen.

Hinter dem Projekt steht das Ziel, Europa bei Zahlungsmitteln unabhängiger von den USA zu machen. Derzeit laufen viele internationale Transaktionen über US-Systeme und den US-Dollar. Eine digitale Zentralbankwährung könnte diese Abhängigkeit verringern. Die Zeit drängt nach Einschätzung der Befürworter auch wegen Donald Trump: Der frühere US-Präsident und erneute Amtsinhaber hat in der Vergangenheit mit handelspolitischen Maßnahmen und Druck auf Verbündete für Unsicherheit gesorgt. Europa will sich für den Fall weiterer politischer Verwerfungen wappnen.

Der digitale Euro ist als Ergänzung zum Bargeld gedacht, nicht als Ersatz. Bürgerinnen und Bürger sollen damit direkt bei der Zentralbank ein digitales Zahlungsmittel nutzen können, ohne auf private Anbieter oder ausländische Systeme angewiesen zu sein. Die EZB hatte das Projekt bereits vor Jahren angestoßen und in einer Vorbereitungsphase technische Grundlagen erprobt. Nun soll der Übergang in konkrete Pilotprojekte folgen.

Die Gesetzgebung ist ein entscheidender Schritt. Ohne einen rechtlichen Rahmen können die Pilotprojekte nicht wie geplant starten. Die EU-Kommission hatte bereits einen Vorschlag für die Regulierung vorgelegt. Nun müssen das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten zustimmen. Der Zeitplan bis Ende des Jahres gilt als anspruchsvoll, weil in mehreren Mitgliedstaaten noch Bedenken zu Datenschutz, Kosten und der Rolle der Geschäftsbanken bestehen.

Kritiker warnen vor einer zu großen Macht der Zentralbank über das Zahlungsverhalten der Bürger. Die EZB betont dagegen, dass der digitale Euro strenge Datenschutzstandards erfüllen und die Privatsphäre der Nutzer schützen soll. Auch die Frage, wie Geschäftsbanken eingebunden werden, ist noch offen. Sie fürchten um Einlagen, wenn Kunden direkt bei der EZB Konten eröffnen könnten. Die Pläne sehen deshalb Obergrenzen für die gehaltenen Beträge vor.

Für die europäische Wirtschaft steht viel auf dem Spiel. Unabhängige Zahlungssysteme gelten als Teil der strategischen Souveränität. Sollte der digitale Euro erfolgreich starten, könnte er den internationalen Zahlungsverkehr verändern und Europas Position im globalen Finanzsystem stärken. Die Pilotprojekte ab 2027 sollen zeigen, ob die Technik im Alltag funktioniert und ob die Bürger das neue Zahlungsmittel annehmen.

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Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.