EU und China einigen sich auf Drosselung von Hybridauto-Exporten
Die EU und China haben sich nach Angaben von EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič auf eine Drosselung chinesischer Hybridauto-Exporte in die Europäische Union verständigt. Die Lieferungen könnten um mehr als die Hälfte zurückgehen. Für deutsche Autokäufer dürften die Preise steigen und die Modellauswahl im Budgetsegment schrumpfen.
Die Europäische Union und China haben sich nach Angaben von EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič auf eine Drosselung chinesischer Exporte von Hybridautos verständigt. Die Lieferungen in die Europäische Union könnten dadurch um mehr als die Hälfte zurückgehen, erklärte Šefčovič nach Verhandlungen in Peking. Damit zeichnet sich im Handelsstreit um chinesische Fahrzeugimporte erstmals eine Entspannung ab.
Diplomaten hatten zuvor berichtet, China habe bis zuletzt Forderungen zurückgewiesen, seine stark gestiegenen Exporte von Hybridautos freiwillig zu begrenzen. In der EU wurde deshalb erwogen, eine zeitlich befristete Schutzmaßnahme einzuführen, die chinesische Hybridimporte durch Einfuhrquoten und hohe Zölle für darüber hinausgehende Lieferungen beschränken würde. Brüssel wirft Peking vor, mit staatlichen Subventionen für unfairen Wettbewerb zu sorgen. China warnt dagegen vor protektionistischen Maßnahmen der EU.
Für den Fall, dass China im Handelskonflikt insgesamt nicht einlenkt, dringen angesichts wachsender Schäden für die europäische Industrie vor allem Deutschland und Frankreich auf ein entschlosseneres Vorgehen gegen chinesische Importe. Sie fordern ein neues Instrument, mit dem der Zugang zum EU-Markt für bestimmte Produkte schnell eingeschränkt werden könnte. Die nun erzielte Einigung in Peking setzt für diesen Streit zunächst einen klaren Rahmen.
Die genauen Auswirkungen auf deutsche Verbraucher hängen jedoch von der weiteren Marktdynamik ab. Nachdem Chinas Autobauer den Markt nach den Elektro-Strafzöllen mit günstigen Hybridmodellen geflutet haben, dürfte das Abkommen dem regulierten Preiskampf die Härte nehmen. In der Praxis bedeutet das für Autokäufer sehr wahrscheinlich höhere Preise, längere Lieferzeiten und eine spürbar ausgedünnte Modellauswahl im Budgetsegment.
Weil der hohe Importdruck nachlässt, schwindet für europäische Hersteller zeitgleich die Notwendigkeit, eigene Hybridmodelle mit aggressiven Rabatten in den Markt zu drücken. Ob und wie schnell die Preise steigen, bestimmen letztlich die Reaktionen der Hersteller. Entscheidend ist dabei auch die Frage, ob chinesische Marken die knappen Importkontingente primär für margenstarke Premiummodelle nutzen.
Eine Umgehung der Beschränkungen wird erst mittelfristig durch den Start neuer Fabriken direkt in Europa erwartet. Die Einigung könnte sich damit als Wendepunkt im europäischen Autohandel erweisen, auch wenn die konkrete Ausgestaltung der vereinbarten Drosselung zunächst offenbleibt.
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