Bundeswirtschaftsministerium prüft Sicherheitsrisiken bei Vacuumschmelze-Übernahme durch Energy Fuels
Der US-Konzern Energy Fuels will den Hanauer Magnethersteller Vacuumschmelze übernehmen. Das Bundeswirtschaftsministerium untersucht den Deal auf Sicherheitsrisiken, ein Stopp gilt jedoch als unwahrscheinlich.
Das Bundeswirtschaftsministerium prüft die geplante Übernahme des Hanauer Magnetherstellers Vacuumschmelze durch den US-Konzern Energy Fuels auf mögliche Sicherheitsrisiken. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, die Vacuumschmelze kaufen zu wollen. Die Prüfung ist Teil der investitionsrechtlichen Kontrolle bei ausländischen Übernahmen deutscher Schlüsseltechnologieunternehmen. Ein Verbot des Deals gilt nach Einschätzung von Beobachtern allerdings als unwahrscheinlich.
Die Vacuumschmelze gilt als wichtiger Hersteller von Magneten und Spezialwerkstoffen, die unter anderem in Elektromotoren, Windkraftanlagen und der Verteidigungstechnik zum Einsatz kommen. Magnete auf Basis seltener Erden sind ein zentraler Baustein für die Energiewende und die Elektrifizierung des Verkehrs. Deutschland und Europa sind bei diesen Materialien in hohem Maße von Importen abhängig, insbesondere aus China. Ein Verkauf an ein US-Unternehmen könnte die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten verringern, wirft aber gleichzeitig die Frage auf, ob deutsche Schlüsseltechnologie dauerhaft in ausländischer Hand bleiben soll.
Energy Fuels ist ein US-Unternehmen, das sich auf die Förderung und Verarbeitung von Uran und seltenen Erden spezialisiert hat. Mit der Übernahme der Vacuumschmelze würde der Konzern seine Wertschöpfungskette auf die Produktion von Hochleistungsmagneten ausweiten. Für den Standort Hanau und die Beschäftigten könnte der Deal neue Investitionen und Absatzmärkte bedeuten. Kritiker warnen jedoch davor, dass Know-how und Produktionskapazitäten langfristig in die USA verlagert werden könnten.
Das Bundeswirtschaftsministerium prüft derzeit, ob durch die Übernahme sicherheitspolitische Interessen Deutschlands berührt werden. Grundlage ist das Außenwirtschaftsgesetz, das bei Übernahmen durch Investoren aus Nicht-EU-Staaten eine Prüfung ermöglicht. In der Vergangenheit wurden solche Verfahren in sensiblen Bereichen wie Halbleitern, Robotik oder Energieinfrastruktur geführt. Ein Verbot ist selten und politisch heikel, da es das Verhältnis zu verbündeten Staaten belasten kann. Im Fall der Vacuumschmelze wird ein Stopp des Deals als unwahrscheinlich eingeschätzt, da die USA als enger Partner gelten und die Übernahme die europäische Versorgung mit Magneten eher stärken als schwächen könnte.
Die Prüfung fällt in eine Zeit, in der Europa seine wirtschaftliche Souveränität bei kritischen Rohstoffen und Technologien ausbauen will. Die EU hat mit dem Critical Raw Materials Act Ziele für den Abbau, die Verarbeitung und das Recycling seltener Erden festgelegt. Deutschland fördert den Aufbau eigener Kapazitäten, steht aber bei Magneten weiterhin stark unter dem Einfluss asiatischer Anbieter. Ein Verkauf der Vacuumschmelze an einen US-Konzern könnte die transatlantische Zusammenarbeit stärken, wirft aber auch die Frage auf, ob der Standort Deutschland langfristig von strategischen Entscheidungen in Übersee abhängig wird.
Für die Beschäftigten und den Standort Hanau sind die genauen Folgen der Übernahme noch unklar. Energy Fuels hat sich bislang nicht zu möglichen Standortgarantien oder Investitionszusagen geäußert. Das Bundeswirtschaftsministerium prüft den Fall und will seine Bewertung zu gegebener Zeit abschließen. Eine endgültige Entscheidung über den Deal steht noch aus.
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