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Amazon will 16 Milliarden Euro in Deutschland investieren

Amazon kündigt beim Investitionsgipfel in Berlin Milliardeninvestitionen für sein Deutschland-Geschäft an. Das Geld soll in Logistik, den Clouddienst AWS und den Aufbau einer europäischen Satellitenkonstellation fließen, die als Konkurrenz zu Starlink gilt.

Amazon will 16 Milliarden Euro in Deutschland investieren
Cloud und Satelliten: Amazon will 2027 16 Milliarden Euro in Deutschland investieren

Amazon will im kommenden Jahr rund 16 Milliarden Euro in sein Deutschland-Geschäft investieren. Das kündigte der Internetkonzern anlässlich des Investitionsgipfels in Berlin an. Das Geld soll nach Unternehmensangaben in die Logistik, den Clouddienst AWS sowie in den Aufbau einer europäischen Satellitenkonstellation fließen, die als Alternative zu Elon Musks Starlink positioniert ist. Amazon bezeichnet Deutschland als einen der attraktivsten Investitionsstandorte Europas.

Die Investitionen sollen nach Angaben des Konzerns Tausende neue Arbeitsplätze schaffen. Ein erheblicher Teil der Summe ist für den Ausbau der Cloud-Infrastruktur vorgesehen. Amazon Web Services (AWS) betreibt in Deutschland bereits Rechenzentren und gilt als wichtiger Anbieter für Unternehmen und öffentliche Stellen. Der Ausbau der Cloud-Kapazitäten wird seit Jahren mit dem wachsenden Bedarf an Datenverarbeitung, künstlicher Intelligenz und digitalen Diensten begründet.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Logistik. Amazon betreibt in Deutschland ein dichtes Netz aus Verteilzentren und Lieferstationen. Investitionen in diesem Bereich zielen auf schnellere Lieferzeiten und eine höhere Kapazität. Der Konzern beschäftigt hierzulande bereits Zehntausende Menschen und zählt zu den größten Arbeitgebern im Einzelhandels- und Logistiksektor.

Besondere Aufmerksamkeit dürfte das Satellitenprojekt erhalten. Amazon plant, Europa in den Aufbau eines Starlink-Konkurrenten einzubeziehen. Starlink, ein Tochterunternehmen des Raumfahrtunternehmens SpaceX, betreibt Tausende Satelliten im erdnahen Orbit und bietet Breitbandinternet in Regionen an, die über keine leistungsfähige terrestrische Infrastruktur verfügen. Amazon verfolgt mit seinem eigenen Satellitennetz ähnliche Ziele und will damit in einen Markt eintreten, der bislang von SpaceX dominiert wird.

Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der Deutschland um internationale Investitionen wirbt. Der Investitionsgipfel in Berlin bringt Vertreter von Unternehmen und Politik zusammen, um Standortfaktoren und geplante Vorhaben zu erörtern. Für die Bundesregierung sind derartige Zusagen ein Signal, dass Deutschland trotz Standortdebatten für große Technologiekonzerne attraktiv bleibt.

Ob die angekündigten Summen tatsächlich in vollem Umfang fließen, hängt von der Umsetzung der einzelnen Projekte ab. Amazon hat in der Vergangenheit mehrfach langfristige Investitionspläne vorgelegt, deren Realisierung sich über mehrere Jahre erstreckte. Die jetzt genannte Größenordnung von 16 Milliarden Euro bezieht sich auf das kommende Jahr und umfasst mehrere Geschäftsbereiche.

Für den Arbeitsmarkt und die regionale Wirtschaft könnte das Vorhaben erhebliche Bedeutung haben. Neue Logistikstandorte und Rechenzentren schaffen nicht nur direkte Arbeitsplätze, sondern ziehen auch Zulieferer und Dienstleister an. Zugleich stehen solche Projekte in der Kritik, wenn es um Flächenverbrauch, Energiebedarf und Arbeitsbedingungen geht. Rechenzentren benötigen große Mengen Strom, was angesichts der Energiewende und steigender Preise regelmäßig diskutiert wird.

Mit der Ankündigung setzt Amazon sein Engagement in Europa fort. Der Konzern ist in zahlreichen Ländern aktiv und investiert seit Jahren in Infrastruktur, Logistik und Cloud-Dienste. Deutschland gilt dabei als einer der wichtigsten Märkte. Die jetzt angekündigte Summe übertrifft frühere Investitionszusagen deutlich und unterstreicht die strategische Bedeutung, die Amazon dem Standort beimisst.

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Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.