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Umfrage: Jeder Dritte unter 30 sagt wegen leerem Akku Verabredung ab

Ein niedriger Smartphone-Akkustand bringt manche Nutzer dazu, geplante Termine platzen zu lassen. Laut einer Civey-Umfrage im Auftrag von Vodafone trifft das vor allem junge Menschen: In der Altersgruppe 18 bis 29 hat fast jeder Dritte schon einmal kurzfristig abgesagt. Ältere bleiben deutlich gelassener.

Umfrage: Jeder Dritte unter 30 sagt wegen leerem Akku Verabredung ab
Smartphones: Akku fast leer? Manch Handynutzer lässt Verabredung platzen

Ein fast leerer Smartphone-Akku ist für viele Menschen mehr als ein technisches Ärgernis. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von Vodafone haben sieben Prozent der Befragten schon einmal eine fest geplante Verabredung kurzfristig abgesagt, weil ihr Handy kurz vor dem Aus stand. Besonders ausgeprägt ist dieses Verhalten bei jungen Erwachsenen.

In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen gab fast jeder Dritte, nämlich 31 Prozent, an, wegen eines niedrigen Akkustands bereits einen Termin abgesagt zu haben. Bei den 30- bis 39-Jährigen war es immerhin noch jeder Zehnte. In den drei älteren Altersgruppen lag der Anteil dagegen nur bei ein bis zwei Prozent. Die Befragung wurde Anfang Oktober unter 2500 Erwachsenen durchgeführt, die Teilnehmer waren in fünf Altersgruppen unterteilt.

Die Umfrage zeigt auch, ab welchem Ladestand die Nutzer unruhig werden. Fast jeder Vierte, 23 Prozent, sucht bei unter 20 Prozent Akkustand nach einer Lademöglichkeit. Jeder Sechste, 16 Prozent, nennt die 10-Prozent-Schwelle als kritischen Punkt, und jeder Zwanzigste, fünf Prozent, wird erst bei fünf Prozent nervös. Gut jedem Vierten, 26 Prozent, macht ein niedriger Akkustand dagegen keine Sorgen.

Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot sieht in den Ergebnissen einen Beleg für die zentrale Rolle des Smartphones im Alltag. «Das Smartphone ist längst viel mehr als ein Telefon: Es ist Navi, Kamera, Unterhaltungszentrale und für viele sogar Autoschlüssel», sagte der Manager. «Vor allem für junge Menschen ist es zum ständigen Begleiter geworden, mit dem sie einen großen Teil ihres Alltags organisieren.» Dass ein niedriger Akkustand junge Menschen sogar dazu bringe, Alltagspläne zu ändern, zeige, wie selbstverständlich digitale und reale Welt heute zusammengehörten.

Die Ergebnisse deuten auf eine wachsende Abhängigkeit von mobilen Diensten hin. Wer Termine, Wegbeschreibungen, Tickets und Zahlungen über das Smartphone organisiert, für den kann ein leerer Akku schnell zum praktischen Problem werden. Powerbanks gelten als naheliegende Lösung für unterwegs, doch offenbar verlassen sich viele Nutzer nicht darauf. Stattdessen ziehen sie es vor, Verabredungen abzusagen, wenn das Gerät nicht mehr durchhält.

Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen sind deutlich. Während ältere Befragte einen sinkenden Ladestand offenbar gelassen hinnehmen, reagieren jüngere Verbraucher empfindlicher. Die Umfrage liefert damit auch einen Hinweis darauf, wie stark die Organisation des Alltags inzwischen an das Mobilgerät gekoppelt ist. Für die Anbieter von Mobilfunkdiensten und Smartphones ist das ein Argument, die Akkulaufzeit und die Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten weiter in den Blick zu nehmen.

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Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.