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Fischer will Bosch schneller und dezentraler machen

Der neue Bosch-Chef Christian Fischer plant einen grundlegenden Umbau des Technologiekonzerns. Bis Mitte nächsten Jahres sollen acht Zukunftsfelder definiert werden, darunter Robotik, Medizintechnik und Quantentechnologie. Gleichzeitig kündigt Fischer weiteren Personalabbau an, da die Nachfrage im Automotiv-Geschäft in Europa sinkt.

Fischer will Bosch schneller und dezentraler machen
Technologiekonzern: Fischer will Bosch schneller und dezentraler machen

Der neue Bosch-Chef Christian Fischer will den Technologiekonzern grundlegend umbauen und schneller sowie dezentraler aufstellen. «Bosch braucht ein verbessertes Betriebssystem», sagte Fischer dem «Handelsblatt». Das Unternehmen müsse Innovationen rascher in den Markt bringen und zu geschäftlichem Erfolg führen. Dafür will Fischer Entscheidungen beschleunigen, Verantwortung dezentralisieren und eine neue Fehlerkultur etablieren. «Das wird die größte Veränderung unter meiner Führung sein», kündigte er an.

Konkret sollen bis Mitte nächsten Jahres acht Zukunftsfelder festgelegt werden, in denen Bosch wachsen will – sowohl mit eigenen Innovationen als auch durch gezielte Zukäufe. Fischer nannte unter anderem Robotik, Medizintechnik und Quantentechnologie. Endgültige Entscheidungen darüber sollen jedoch erst im kommenden Jahr fallen. «Grundsätzlich geht es uns immer um die Frage: Wie sieht Bosch 2036 aus, wenn das Unternehmen 150 Jahre alt wird?», sagte der Nachfolger von Stefan Hartung.

Zugleich räumte Fischer ein, dass die bestehenden Kapazitäten weiter an die sinkende Nachfrage angepasst werden müssten – vor allem im Automotiv-Geschäft in Europa, aber auch in anderen Geschäftsfeldern. «Dafür müssen wir intelligente Lösungen finden, die wirtschaftliche Vernunft und gesellschaftliche Verantwortung verbinden», sagte er. Bosch hatte zuletzt angekündigt, in Nürnberg die Hälfte der dortigen 1800 Stellen abzubauen. Diese Stellenstreichungen gehen über den bereits angekündigten Abbau von konzernweit rund 25.000 Stellen in Deutschland hinaus.

Der Technologiekonzern und Autozulieferer hatte im ersten Halbjahr keine großen Sprünge gemacht. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf 46,4 Milliarden Euro. Allerdings kam das Wachstum vor allem durch Zukäufe zustande. Bosch hatte im Laufe des vergangenen Jahres das Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsgeschäft von Johnson Controls und Hitachi übernommen. Einen Rückgang gab es hingegen bei der Profitabilität. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) – Bosch spricht von einem operativen Ebit – sank von 2,3 Milliarden Euro auf 2,2 Milliarden Euro.

Die geplante Neuausrichtung fällt in eine Phase, in der der Konzern mit sinkender Nachfrage und einem wachsenden Kostendruck kämpft. Fischer steht seit Kurzem an der Spitze von Bosch und muss nun die Weichen für die Zukunft stellen. Die acht Zukunftsfelder sollen dem Unternehmen neue Wachstumsimpulse geben und die Abhängigkeit vom Automobilgeschäft verringern. Ob und in welchem Umfang dabei weitere Stellen wegfallen, ließ Fischer offen. Klar ist jedoch, dass der Umbau tief in die Strukturen des Unternehmens eingreifen wird.

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Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.