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Buchmesse: «Frankfurter Appell» fordert Regulierung von Künstlicher Intelligenz

Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels einen Aufruf zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz veröffentlicht. Mehr als 120 Verlage appellieren an Politik und Techkonzerne, den Schutz des Urheberrechts zu gewährleisten.

Buchmesse: «Frankfurter Appell» fordert Regulierung von Künstlicher Intelligenz
Buchmesse - "Frankfurter Appell" fordert Regulierung von Künstlicher Intelligenz

Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels einen Aufruf zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz veröffentlicht. Der sogenannte «Frankfurter Appell» richtet sich an die Politik in Berlin und Brüssel und fordert schnelle Unterstützung bei der Regulierung von KI-Systemen. Hintergrund ist der anhaltende Streit zwischen der Buchbranche und großen Techkonzernen über die Verwendung urheberrechtlich geschützter Werke für das Training von KI-Modellen.

Mehr als 120 Verlage haben sich dem Appell angeschlossen. Sie werfen der Politik Untätigkeit im KI-Streit vor und verlangen klare rechtliche Rahmenbedingungen, die den Schutz geistigen Eigentums auch im digitalen Zeitalter sicherstellen. Die Buchbranche sieht sich durch die massenhafte Nutzung ihrer Inhalte durch KI-Anbieter wirtschaftlich bedroht. Ohne wirksame Regulierung befürchten die Verlage, dass ihre Investitionen in Autoren, Übersetzungen und redaktionelle Arbeit untergraben werden.

Die Frankfurter Buchmesse, die zu den größten Publikums- und Fachmessen der Welt zählt, erwartet in diesem Jahr mehr als 250.000 Besucher. Der Appell fällt damit in eine Phase, in der die Debatte über KI und Urheberrecht auch international an Dynamik gewinnt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels vertritt die Interessen von Verlagen, Buchhandlungen und Zwischenbuchhändlern in Deutschland und setzt sich seit Jahren für ein starkes Urheberrecht ein.

Die Forderung nach Regulierung ist nicht neu, doch der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Mit der Eröffnung der Messe will die Branche ein deutliches Zeichen setzen. Die Verlage verlangen von der Bundesregierung, sich auf europäischer Ebene für verbindliche Regeln einzusetzen. Dazu gehören Transparenzpflichten für KI-Anbieter, die Offenlegung genutzter Trainingsdaten und wirksame Sanktionsmechanismen bei Rechtsverstößen. Der Appell richtet sich ausdrücklich an die Adresse der politischen Entscheidungsträger in Berlin und Brüssel, die aus Sicht der Buchbranche bislang zu zögerlich agieren.

Der Streit um KI und Urheberrecht betrifft nicht nur Verlage, sondern auch Autorinnen und Autoren, Übersetzer und andere Kreative. Sie sehen ihre Werke ohne Zustimmung oder Vergütung für KI-Trainings verwendet. Der «Frankfurter Appell» reiht sich damit in eine wachsende Zahl von Initiativen ein, die eine faire Balance zwischen technologischem Fortschritt und dem Schutz kreativer Leistungen fordern. Die Buchmesse selbst ist ein Ort, an dem diese Debatte seit Jahren geführt wird – in Foren, auf Podien und in Gesprächen am Rande der Messehallen.

Ob der Appell konkrete politische Folgen haben wird, ist offen. Klar ist jedoch, dass die Buchbranche den Druck auf die Politik erhöht. Mit mehr als 120 unterzeichnenden Verlagen und der prominenten Plattform der Frankfurter Buchmesse sendet sie ein Signal, das über die Messe hinaus wirken soll. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Berlin und Brüssel die Forderungen aufgreifen und welche Schritte zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz tatsächlich folgen.

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Florian Lorenz

Autor

Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.