Herthas Siegesserie reißt beim Tabellenletzten Kiel
Holstein Kiel trotzt Hertha BSC ein 0:0 ab und beendet damit die Serie von sieben Berliner Siegen. Die Kieler bleiben sieglos, stärken aber Trainer Tim Walter. Nürnberg patzt ebenfalls und bangt um seinen besten Stürmer.
Holstein Kiel hat die Siegesserie von Hertha BSC in der 2. Fußball-Bundesliga gestoppt. Nach sieben Siegen in den ersten sieben Saisonspielen mussten sich die Berliner beim bis dahin Tabellenletzten mit einem 0:0 begnügen. Die Kieler bleiben damit zwar das einzige Team der Liga ohne Sieg, verbesserten aber ihre prekäre Lage und stärkten die Position ihres unter Druck geratenen Trainers Tim Walter.
Vor 11.750 Zuschauern zeigte Kiel eine engagierte Leistung und hielt den Favoriten über weite Strecken in Schach. Sportchef Olaf Rebbe äußerte sich nach der Partie zufrieden: «Ich habe viel Gutes gesehen. Ich hätte mir den Dreier absolut gewünscht», sagte er. «Man sieht, dass wir eine Mannschaft mit Potenzial haben. Man kann der Mannschaft in Gänze keinen Vorwurf machen.»
Hertha BSC verpasste durch das Unentschieden die Einstellung eines Startrekords. Als bislang einziges Team seit der Einführung der eingleisigen zweiten Liga hatte Hannover 96 in der Saison 1986/87 die ersten acht Spiele gewonnen. Die Berliner konnten diese Bestmarke nicht erreichen.
Das Hauptproblem der Gäste war die Chancenverwertung. Gleich dreimal musste Kiels Torwart Timon Weiner gegen Oluwaseun Adewumi (11./15.) und Sebastian Grönning (31.) retten. Die Kieler steigerten sich jedoch und hatten kurz vor der Pause die beste Chance der ersten Halbzeit: Per Kopfball scheiterte Phil Harres an Hertha-Keeper Marius Gersbeck (42.).
Pech für Holstein war, dass das Saisondebüt von Sebastian Schonlau bereits in der 50. Minute endete. Der frühere HSV-Kapitän verletzte sich erneut am Oberschenkel. Hertha hätte danach in Führung gehen müssen, doch Adewumi scheiterte nach langem Sprint ein drittes Mal an Weiner (53.). Anschließend köpfte Grönning den Ball aus kurzer Distanz an den Pfosten (59.). Auch Luca Schuler vergab in der Schlussphase noch eine Großchance (83.).
Für Hertha bedeutet das Remis einen Dämpfer im Aufstiegsrennen, auch wenn die Berliner weiterhin an der Tabellenspitze stehen. Verfolger 1. FC Nürnberg blieb am achten Spieltag ebenfalls sieglos und muss zudem um seinen besten Stürmer bangen. Die Franken retteten sich spät, konnten den Rückstand auf Hertha aber nicht verkürzen.
Kiel hingegen kann aus dem Punktgewinn gegen den Spitzenreiter Selbstvertrauen ziehen. Die Mannschaft zeigte, dass sie trotz der anhaltenden Sieglosigkeit konkurrenzfähig ist. Ob der Achtungserfolg für Trainer Walter ausreicht, um die Kritik zu mildern, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Zunächst einmal hat sein Team bewiesen, dass es mit den Topteams der Liga mithalten kann.
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