Bayern stürmt mit 6:1 gegen Leipzig an die Spitze
Der FC Bayern München hat nach zwei Unentschieden eine eindrucksvolle Reaktion gezeigt und RB Leipzig mit 6:1 besiegt. Luis Díaz traf dreifach, während Trainer Vincent Kompany gesundheitlich angeschlagen auf der Bank saß.
Der FC Bayern München hat seine sportliche Krise eindrucksvoll beendet und mit einem 6:1 (3:0) gegen RB Leipzig die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga erklommen. Nach zwei Unentschieden mit insgesamt fünf Gegentoren präsentierten sich die Münchner vor 75.000 Zuschauern in der heimischen Arena in überragender Verfassung und ließen den Leipzigern keine Chance. Luis Díaz avancierte mit drei Treffern zum herausragenden Akteur des Abends.
Die Partie war von Beginn an eine einseitige Angelegenheit. Bereits in der zwölften Minute eröffnete Díaz den Torreigen, nachdem Kapitän Joshua Kimmich den Ball geschickt über die Leipziger Abwehr gehoben hatte. Aleksandar Pavlovic erhöhte in der 26. Minute, Michael Olise traf in der 34. Minute zum 3:0-Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel setzte Díaz seine starke Leistung fort und erzielte in der 47. und 69. Minute seine Treffer zwei und drei. Harry Kane, der in seinem 100. Bundesliga-Spiel wiederholt als Vorbereiter glänzte, durfte sich in der 53. Minute selbst in die Torschützenliste eintragen – es war sein 102. Bundesliga-Tor. Für Leipzig war der Treffer von Andrija Maksimovic in der Nachspielzeit (90.+1) nur Ergebniskosmetik.
Überschattet wurde der Münchner Erfolg von der gesundheitlichen Verfassung des Trainers. Vincent Kompany saß fast die gesamte Spielzeit über auf der Bank, statt wie gewohnt in seiner Coachingzone zu stehen. Sportvorstand Max Eberl erklärte nach der Partie, Kompany habe die ganze Woche über einen Infekt gehabt und sich zudem eine Sportverletzung an der Hüfte zugezogen. «Er liegt grad in der Trainerkabine, aber es geht ihm gut», sagte Eberl. Kompany selbst erschien nicht zum TV-Interview. Joshua Kimmich reagierte auf Nachfragen mit Humor: «Was hat der denn? Das habe ich gar nicht mitgekriegt», sagte der Nationalspieler und ergänzte scherzhaft in Richtung der Sky-Moderatoren: «Der hat keinen Bock auf euch.» An der Seitenlinie übernahm Co-Trainer Aaron Danks die Anweisungen.
Die Münchner nutzten die Gunst der Stunde, nachdem Borussia Dortmund beim 1. FC Union Berlin nur 0:0 gespielt hatte. Zumindest für eine Nacht steht der FC Bayern nun an der Tabellenspitze, ehe der SC Freiburg am Sonntag in Leverkusen antritt. Es war die perfekte Einstimmung auf den Champions-League-Abend am Mittwoch gegen den FC Arsenal. Die Leipziger hingegen erlebten ein Debakel. Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer sprach von einer «Lehrstunde» und kritisierte sein Team scharf: «Es war ein komplettes Versagen von uns in allen Bereichen, und deshalb ist das Ergebnis auch so, wie es ist.» Er kündigte eine knallharte Analyse an.
Während Leipzigs Torhüter Maarten Vandevoordt trotz der sechs Gegentreffer noch der beste Gästespieler war, erlebte Jonas Urbig zwischen den Münchner Pfosten ein ruhiges Spiel. Der 23-Jährige vertrat erneut Manuel Neuer, der nach seinem Fauxpas in Augsburg weiterhin fehlt, weil er etwas am Fuß spürt. Wann der 40-Jährige zurückkehrt, ist offen. Für die Münchner war der Kantersieg nach den enttäuschenden Auftritten in Augsburg (2:2) und Stavanger (3:3) ein Befreiungsschlag. Eberl lobte die Mannschaft: «Von Anfang an super aggressiv in der Defensive, super mutig, bereit – und dann gewinnst du halt auch in der Höhe hochverdient.»
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