US-Midterms 2026: Umfragen sehen Demokraten im Vorteil
Am 3. November wählen die USA den Kongress neu. Umfragen deuten auf einen Machtwechsel im Repräsentantenhaus hin, während der Senat ein Kopf-an-Kopf-Rennen bleibt.
Bei den US-Zwischenwahlen am 3. November entscheidet sich die Mehrheit im Kongress. Aktuelle Umfragen deuten darauf hin, dass die Demokraten die Republikaner von Präsident Donald Trump im Repräsentantenhaus ablösen könnten, während der Senat ein offenes Rennen bleibt. Die Midterms gelten als Stimmungsbarometer für die Politik des Präsidenten und finden zwei Jahre nach der Präsidentschaftswahl statt.
Im Repräsentantenhaus werden alle 435 Sitze neu vergeben. Derzeit haben die Republikaner eine knappe Mehrheit von 219 zu 214 Sitzen; zwei Sitze sind nach Rücktritten unbesetzt. Das Umfrageportal RealClear Polling, das verschiedene Erhebungen zusammenfasst, sieht die Demokraten mit 226 sicheren Sitzen im Vorteil, die Republikaner mit 189. In 20 Wahlkreisen gilt das Rennen als offen, andere Umfragen sprechen von 40 bis 50 umkämpften Sitzen. Für eine Mehrheit sind mindestens 218 Sitze nötig – ein Ziel, das die Demokraten laut dem Portal erreichen dürften.
Im Senat werden nicht alle 100 Sitze neu gewählt, sondern 35. Davon sind 33 reguläre Wahlen; in Florida und Ohio finden Sonderwahlen statt, weil die Senatoren Marco Rubio und JD Vance in die Regierung wechselten. Die Republikaner halten derzeit eine Mehrheit von 53 zu 47. Um die Kontrolle zu übernehmen, müssten die Demokraten alle eigenen Sitze verteidigen und mindestens vier zusätzliche gewinnen. Bei einem Gleichstand von 50 zu 50 könnte Vizepräsident Vance als Präsident des Senats mit abstimmen und den Republikanern die Mehrheit sichern.
Die Umfragen für den Senat zeigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. RealClear Polling geht davon aus, dass beide Parteien jeweils 46 Sitze sicher haben. Eine besonders gute Chance sehen die Demokraten in North Carolina, wo der Republikaner Thom Tillis nicht mehr antritt und Umfragen den Demokraten Roy Cooper vorn sehen. In neun Bundesstaaten – Texas, Kansas, Nebraska, Iowa, Minnesota, Michigan, Ohio, Maine und Alaska – macht das Portal keinen Favoriten aus. Zwei dieser Staaten werden von Demokraten gehalten, sieben von Republikanern. Viele gelten traditionell als republikanisch geprägt: Texas stellt seit mehr als 30 Jahren keinen demokratischen Senator mehr, Kansas seit 1930 nicht.
Trotz der Umfragewerte ist der Ausgang offen. Wahlumfragen sind mit Unsicherheiten behaftet und lagen in der Vergangenheit mitunter deutlich daneben. Vor der Präsidentschaftswahl 2016 galt ein Sieg von Donald Trump als unwahrscheinlich, ehe er sich klar gegen Hillary Clinton durchsetzte. Auch bei den Zwischenwahlen 2022 hatten die Umfragen einen klaren Sieg der Republikaner vorhergesagt; stattdessen bauten die Demokraten ihre Mehrheit im Senat leicht aus und verloren im Repräsentantenhaus nur knapp. Die Midterms 2026 bleiben damit bis zum Wahltag am 3. November spannend.
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