Umweltstaatssekretär Flasbarth wechselt zur European Climate Foundation
Jochen Flasbarth gibt sein Amt im Bundesumweltministerium auf und wechselt im nächsten Jahr zur European Climate Foundation. Heike Henn soll seine Nachfolge bereits im November antreten.
Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, verlässt sein Amt und wechselt im kommenden Jahr zur European Climate Foundation. Das teilte Umweltminister Carsten Schneider (SPD) in einem Schreiben an die Belegschaft mit, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte der «Spiegel» über die Entscheidung des 64-Jährigen berichtet.
Schneider würdigte den scheidenden Staatssekretär in dem Schreiben mit deutlichen Worten: «Mit Jochen Flasbarth verlässt ein Urgestein der deutschen Umwelt- und Klimapolitik unser Haus.» Flasbarth habe in den zurückliegenden Jahrzehnten die deutsche, europäische und internationale Umwelt- und Klimapolitik auf einzigartige Weise geprägt. Der Minister verwies dabei auf dessen frühere Stationen als Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), als Präsident des Umweltbundesamtes und als Staatssekretär im Bundesumweltministerium.
Flasbarth hatte das Amt des Staatssekretärs im Bundesumweltministerium bereits von 2013 bis 2021 inne. Bei der Regierungsbildung im Mai 2025 kehrte er als Staatssekretär in das Bundesministerium für Umwelt, Klima, Naturschutz und nukleare Sicherheit zurück. In der Zwischenzeit war er als Staatssekretär im Entwicklungsministerium tätig. Seine berufliche Laufbahn umfasst damit sowohl nationale Umweltbehörden als auch die internationale Klimapolitik.
Die Nachfolge soll laut Schneider bereits im November Heike Henn übernehmen. Henn leitet derzeit die Abteilung für Internationale Klimapolitik im Ministerium. Mit der Personalie bleibt die Führungsebene des Hauses personell eng mit der internationalen Klimapolitik verbunden. Die Übergabe erfolgt damit vergleichsweise zügig, noch bevor Flasbarth im nächsten Jahr zur Stiftung wechselt.
Die European Climate Foundation mit Hauptsitz in Den Haag gilt als eine der weltweit wichtigsten Geldgeberinnen für klimapolitische Projekte. Im Jahr 2025 verfügte sie dem Bericht zufolge über ein Budget von fast 258 Millionen Euro. Die Stiftung fördert nach eigenen Angaben Vorhaben, die auf eine beschleunigte Dekarbonisierung und eine wirksame Klimapolitik in Europa und darüber hinaus abzielen. Mit Flasbarth wechselt eine der prägenden Figuren der deutschen Umwelt- und Klimapolitik in eine Schlüsselposition bei einem der einflussreichsten Förderer klimapolitischer Arbeit.
Der Wechsel fällt in eine Phase, in der die europäische Klimapolitik vor großen Herausforderungen steht. Die Europäische Union muss ihre Klimaziele für 2030 und 2040 mit wirtschaftlichen Interessen, sozialen Fragen und der Versorgungssicherheit in Einklang bringen. Deutschland kommt dabei als größter Mitgliedstaat eine zentrale Rolle zu. Die Personalentscheidung im Bundesumweltministerium und der Wechsel an die Spitze der European Climate Foundation dürften daher auch über die nationale Ebene hinaus Beachtung finden.
Für das Ministerium bedeutet der Abgang Flasbarths einen Einschnitt. Schneider betonte in seinem Schreiben die Verdienste des scheidenden Staatssekretärs, der über Jahre hinweg an zentralen umwelt- und klimapolitischen Weichenstellungen mitgewirkt hat. Mit Heike Henn übernimmt eine erfahrene Klimapolitikerin, die bereits im Ministerium Verantwortung für internationale Klimafragen trägt. Die Berufung soll den Übergang in der Leitungsebene sichern und die Kontinuität in der deutschen Klimadiplomatie wahren.
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