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Trumps Ukraine-Kurs: US-Präsident setzt auf Druck statt Unterstützung

Donald Trump hat den Verkauf russischen Diesels ermöglicht und die Ukraine unter Druck gesetzt. Kritiker sehen darin politische Inkompetenz und eine Gefahr für weitere Menschenleben.

Trumps Ukraine-Kurs: US-Präsident setzt auf Druck statt Unterstützung
US-Präsident geht auf Ukraine los: Trumps Kurs kostet Menschenleben

Der US-Präsident Donald Trump hat mit seiner jüngsten Entscheidung, Russland wieder den Verkauf von Diesel zu ermöglichen, und der gleichzeitigen Distanzierung von der Ukraine scharfe Kritik ausgelöst. Laut Medienberichten wurde Kiew mit dem Ende von Waffenverkäufen und der Weitergabe von Geheimdienstinformationen gedroht. Zeitweise funktionierte auch der Satellitendienst Starlink nicht mehr richtig, wobei der Befehl dafür angeblich direkt aus dem Weißen Haus kam. Diese Maßnahmen werden als Ausdruck politischer Inkompetenz und Empathielosigkeit gewertet und könnten den Krieg in der Ukraine weiter anheizen.

Trump sucht offenbar vor den heimischen Zwischenwahlen einen Sündenbock für die hohen Energiepreise in den USA. Er macht dafür die ukrainischen Angriffe auf russische Energieanlagen verantwortlich. Diese Darstellung entspricht jedoch nicht der Wahrheit: Die Einfuhr von russischem Öl oder Flüssiggas in die USA ist bereits seit 2022 gesetzlich verboten. Die Energiekosten in den USA sind erst seit Anfang 2026 in die Höhe geschossen, nachdem Trump sich auf das riskante Unterfangen eingelassen hat, den Iran anzugreifen. Das politische Versagen der USA im Iran ist mit dem in der Ukraine verknüpft. Im Nahen Osten findet Trumps Regierung keinen Ausweg aus der selbst verursachten Misere, wodurch es den USA an Ressourcen und politischem Willen fehlt, die Ukraine in ihrer Abwehr gegen Russland zu unterstützen.

Die angekündigten Dieselmengen reichen bei Weitem nicht aus, um die aktuelle Krise zu bewältigen. Vor den US-Zwischenwahlen zeigen zudem etliche Umfragen, dass Trump massiv an Vertrauen verloren hat, insbesondere in Wirtschaftsfragen. Doch es sind nicht nur die Amerikaner, die unter der Inkompetenz ihres Präsidenten leiden. Die Bürger der USA müssen Trumps Versagen mit immer mehr Geld an den Zapfsäulen bezahlen. In der Ukraine hingegen kosten Trumps Fehler Menschenleben. Ohne die Informationen der US-Geheimdienste dauert es länger, bis die Ukraine einen russischen Angriff erkennt. Ohne US-Waffenlieferungen fehlen ihr Raketen, um eine solche Attacke abzufangen. Und ohne Starlink ist die Kommunikation innerhalb des ukrainischen Militärs deutlich eingeschränkter, was eigene Drohnenangriffe erschwert.

Um den Krieg zu beenden, wäre das exakte Gegenteil nötig: Die USA müssten die Ukraine so unterstützen, dass das Land gegenüber Russland militärisch die Oberhand gewinnt. Nur dann dürfte Putin überhaupt für Zugeständnisse in Friedensverhandlungen bereit sein. Doch diesen Schritt ist die US-Regierung nicht bereit zu gehen. Die Hoffnung, dass Trump im Umgang mit Russland tatsächlich lernfähig ist, sollte mittlerweile begraben werden. Im Dezember will er im heimischen Miami Putin nach Jahren wieder als Gast auf dem G20-Gipfel empfangen. Vor wenigen Wochen wurde das noch als letzter Versuch gedeutet, den russischen Präsidenten von einer diplomatischen Lösung mit der Ukraine zu überzeugen. Aus heutiger Sicht wirkt es eher so, als wolle Trump Russland weiter aus seiner politischen Isolation befreien, während der Krieg in der Ukraine einfach weitergeht.

Unterdessen fordert der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von der Europäischen Union weitere 70 Milliarden Euro für das kommende Jahr, um den Abwehrkampf gegen die russischen Angreifer fortzusetzen. Beim EU-Gipfel sagte er, er brauche das Geld für die Verteidigung, für Waffen und für die Widerstandsfähigkeit der Ukraine. Der Krieg werde die Ukraine im nächsten Jahr insgesamt 155 Milliarden Euro kosten. Die EU hat für die Jahre 2026 und 2027 bereits 90 Milliarden Euro bewilligt, doch diese Mittel reichen nicht aus. Bundeskanzler Merz hatte zu Beginn des Gipfels eine Aufstockung der Mittel gefordert, aber keine konkrete Größenordnung genannt. Die Forderung Selenskyjs unterstreicht die wachsende finanzielle Belastung der Ukraine und die Notwendigkeit weiterer internationaler Unterstützung, während die USA sich zunehmend zurückziehen.

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Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.