Trump spricht Wahlempfehlung für Netanjahu aus
US-Präsident Donald Trump hat sich knapp anderthalb Wochen vor der israelischen Parlamentswahl für eine Wiederwahl von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ausgesprochen. Auf Truth Social lobte er Netanjahu als Partner im Kampf gegen den Iran und warnte vor einer anderen Führung in Israel.
US-Präsident Donald Trump hat dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu seine Unterstützung bei der anstehenden Parlamentswahl zugesichert. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete Trump Netanjahu als großartigen «Partner für Frieden» im Kampf gegen den Iran. Das Schreiben sei als Ausdruck «uneingeschränkter und vollumfänglicher Unterstützung» für Netanjahu bei dessen erneutem Antritt zur Wahl des Ministerpräsidenten zu verstehen, so Trump.
Die Wahlempfehlung erfolgt knapp anderthalb Wochen vor der israelischen Parlamentswahl am 27. Oktober. Damit beantwortet der US-Präsident eine Frage, die er zuvor monatelang offengelassen hatte. Mitte Juni hatte Trump nach Angaben des israelischen Senders Kan in einem Interview gesagt, er werde Netanjahu bei der Wahl wahrscheinlich unterstützen, müsse aber erst abwarten, wer kandidiere. Er habe ein gutes Verhältnis zu Netanjahu, dieser müsse jedoch vernünftiger handeln, fügte er damals hinzu.
In seinem aktuellen Beitrag lobte Trump Netanjahu als stark, mutig und brillant. Der Ministerpräsident habe sich angesichts enormen Widerstands, auch aus dem eigenen Land, bewährt. Netanjahu sei genau die Art von Partner, die die USA von Israel erwarteten. Zugleich warnte Trump, sollte Israel die falsche Führungsperson haben – und das wäre jede andere als «Bibi» –, werde Amerika die Arbeit selbst übernehmen müssen. Er sei nicht geneigt, das zu tun.
Trump ging in seinem Beitrag auch auf den Iran ein. Die Islamische Republik sei sowohl militärisch als auch finanziell zerstört worden. Sollte Teheran seinen Kurs nicht rasch ändern, werde man diese Aufgabe bald zu Ende bringen, drohte der US-Präsident in Richtung der iranischen Führung. Trump und Netanjahu hatten den Krieg gegen den Iran Ende Februar gemeinsam begonnen.
Im weiteren Verlauf des Konflikts waren jedoch unterschiedliche Interessen der beiden Verbündeten zutage getreten. Der US-Präsident äußerte in ungewohntem Maße öffentliche Kritik an Netanjahu. Die nun ausgesprochene Wahlempfehlung stärkt den israelischen Ministerpräsidenten nach Monaten ohne entsprechende Unterstützung aus Washington.
Die israelische Parlamentswahl am 27. Oktober entscheidet über die Zusammensetzung der Knesset und damit auch über die künftige Regierungsführung. Netanjahu tritt erneut als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten an. Die offene Einmischung eines US-Präsidenten in den israelischen Wahlkampf ist ungewöhnlich, auch wenn die USA traditionell als engster Verbündeter Israels gelten. Beobachter werten Trumps Beitrag als Versuch, den engen Partner im Kampf gegen den Iran zu stärken und zugleich eine klare Drohung an Teheran zu richten.
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