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Selenskyj schickt Delegation in die USA für neue Gespräche über Ende des Ukraine-Kriegs

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigt Verhandlungen mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner an. Auch europäische Vertreter sollen teilnehmen. Ein weiteres Treffen mit Russland könnte noch im Oktober folgen.

Selenskyj schickt Delegation in die USA für neue Gespräche über Ende des Ukraine-Kriegs
Ukraine-Krieg: Sackgasse? Selenskyj widerspricht US-Außenminister Rubio

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine neue Gesprächsrunde über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs angekündigt. Eine ukrainische Delegation wird in die Vereinigten Staaten reisen, um dort mit den Unterhändlern von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, zu verhandeln. An den Gesprächen sollen auch europäische Vertreter teilnehmen. Ein weiteres Treffen mit russischen Vertretern könnte noch im Oktober stattfinden.

Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der die diplomatischen Bemühungen zuletzt ins Stocken geraten waren. US-Außenminister Marco Rubio hatte bei einem Besuch in Lissabon erklärt, der Ukraine-Krieg scheine sich derzeit in einer Sackgasse zu befinden. In einem Interview mit der griechischen Zeitung «Kathimerini» sagte Rubio zudem, er sehe gegenwärtig keine Aussichten auf eine Verhandlungslösung. Selenskyj widersprach dieser Einschätzung deutlich. Bei einer Pressekonferenz mit dem britischen Außenminister Ed Miliband in Pryluky betonte er: «Wir befinden uns nicht in einer diplomatischen Sackgasse.»

Der ukrainische Staatschef bekräftigte zugleich seine Forderung, den Satelliten-Internetdienst Starlink über Russland für das ukrainische Militär freizuschalten. Sobald die Ukraine mit ihren Waffen den russischen Himmel dominiere, werde der russische Präsident Wladimir Putin sich an den Verhandlungstisch setzen, sagte Selenskyj. «Warum? Weil er alles verliert. Drei Monate, zwei Monate und er verliert alles», so der Präsident. Den USA warf er «Unwillen» vor, den Kreml zu Verhandlungen zu bewegen. Washington koste eine Freigabe von Starlink gar nichts, betonte er.

Die geplanten Gespräche in den USA sind Teil der internationalen Bemühungen, den seit Jahren andauernden Krieg zu beenden. Die Beteiligung europäischer Vertreter unterstreicht die Bedeutung, die Europa für eine dauerhafte Lösung hat. Ob und wann es zu einem weiteren Treffen mit Russland kommt, ist noch offen. Selenskyj hatte zuletzt mehrfach betont, dass er an einer diplomatischen Lösung festhält, solange diese nicht zu Lasten der Ukraine geht.

Unterdessen setzen die militärischen Auseinandersetzungen unvermindert fort. Bei einem der schwersten russischen Luftangriffe auf die Ukraine wurden nach ukrainischen Angaben mindestens 32 Menschen getötet und 100 weitere verletzt. Die schwersten Verluste gab es in der Stadt Pryluky in der nördlichen Region Tschernihiw. Präsident Selenskyj sprach von einem der «niederträchtigsten Angriffe». Ein russischer Angriff traf zudem zwei Linienbusse in Kramatorsk, dabei wurden mindestens 33 Menschen getötet.

Die diplomatischen Signale aus Kiew stehen im Kontrast zu den anhaltenden Kämpfen. Während die Ukraine auf neue Verhandlungen setzt, gehen die Angriffe auf beiden Seiten weiter. Drohnen trafen in der Nacht ein großes Rechenzentrum des russischen Technologiekonzerns Yandex in der Region Rjasan. Nach Angaben des Unternehmens brach ein Feuer aus, der Betrieb des Standorts wurde vollständig eingestellt. Der Konzern ist Russlands größtes Internetunternehmen und wird wegen seiner Suchmaschine und zahlreicher Online-Dienste häufig als russisches Pendant zu Google bezeichnet.

In der Republik Moldau reagiert die Regierung auf eine wachsende Zahl von Drohnenübergriffen. Innenministerin Daniella Misail-Nichitin kündigte an, an den Grenzübergängen zur Ukraine Schutzbauten errichten zu lassen, in denen sich Grenzbeamte und die Zivilbevölkerung bei einem Drohnenangriff in Sicherheit bringen können. Allein im Jahr 2026 drangen russische Drohnen laut Präsidentin Maia Sandu bereits mehr als 45-mal in den moldauischen Luftraum ein. Moldau zieht zudem seine Grenzsoldaten teilweise von ukrainischem Boden ab.

Die neue Gesprächsrunde in den USA könnte ein wichtiger Schritt sein, um die festgefahrenen Verhandlungen wieder in Gang zu bringen. Beobachter sehen darin ein Signal, dass die Ukraine trotz der jüngsten Rückschläge an einer diplomatischen Lösung festhält. Ob die Gespräche mit den US-Unterhändlern und europäischen Vertretern zu konkreten Ergebnissen führen, bleibt abzuwarten. Ein weiteres Treffen mit Russland noch im Oktober würde bedeuten, dass die Diplomatie wieder an Fahrt gewinnt.

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Florian Lorenz

Autor

Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.