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Selenskyj drängt nach US-Russland-Treffen auf schnelle Verhandlungen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert rasche trilaterale Gespräche mit den USA und Russland. Auch Washington habe einen baldigen Termin vorgeschlagen, nachdem es zu einem Treffen mit russischer Seite gekommen war.

Selenskyj drängt nach US-Russland-Treffen auf schnelle Verhandlungen
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj drängt nach einem Treffen zwischen den USA und Russland auf zügige Verhandlungen. Er fordere rasche trilaterale Gespräche, an denen die Ukraine, die Vereinigten Staaten und Russland beteiligt sein sollen. Auch die US-Regierung habe einen baldigen Termin für solche Beratungen vorgeschlagen, heißt es aus Kiew.

Selenskyj hatte zuletzt mehrfach deutlich gemacht, dass er eine Waffenruhe als vorrangiges Ziel betrachtet. Nach seinen Worten müsse der Krieg «im Moment» eingefroren werden, um eine Grundlage für weitere Gespräche zu schaffen. Die ukrainische Führung setzt damit auf eine diplomatische Lösung, nachdem die Kämpfe seit Monaten andauern und die humanitäre Lage in vielen Landesteilen angespannt bleibt.

Das jüngste Treffen zwischen US-Vertretern und der russischen Seite hatte in der vergangenen Woche stattgefunden. Über konkrete Ergebnisse wurde zunächst nichts bekannt. Aus russischen Kreisen hieß es jedoch, Moskau sei zu neuen Gesprächen mit den USA und der Ukraine bereit. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff, der an den Gesprächen beteiligt war, äußerte sich zudem positiv über den russischen Präsidenten Wladimir Putin und nannte ihn einen «Menschenfreund». Diese Äußerung sorgte in Kiew und bei westlichen Verbündeten für Irritationen, da sie den Eindruck einer Annäherung an Moskau verstärken könnte.

Die Ukraine bemüht sich seit Monaten um eine stärkere Einbindung der USA in Verhandlungen. Kiew befürchtet, dass bilaterale Gespräche zwischen Washington und Moskau ohne ukrainische Beteiligung zu einer Lösung führen könnten, die den Interessen des Landes widerspricht. Selenskyj hat deshalb wiederholt auf einer trilateralen Struktur bestanden, an der alle drei Konfliktparteien beteiligt sind. Die US-Regierung hat sich zuletzt offen für solche Gespräche gezeigt, ohne jedoch einen konkreten Zeitplan zu nennen.

Die russische Seite hat in der Vergangenheit Bedingungen für Verhandlungen genannt, darunter die Anerkennung der annektierten Gebiete und eine Neutralität der Ukraine. Kiew lehnt diese Forderungen bislang ab. Beobachter in Europa verfolgen die jüngsten Entwicklungen mit gemischten Gefühlen: Einerseits wächst die Hoffnung auf eine diplomatische Öffnung, andererseits bestehen Zweifel, ob Moskau tatsächlich zu substanziellen Zugeständnissen bereit ist. Die Bundesregierung hatte zuletzt betont, dass eine Lösung nur mit der Ukraine und nicht über ihre Köpfe hinweg erreicht werden könne.

Für die Menschen in der Ukraine bleibt die Lage derweil angespannt. Die Infrastruktur ist in vielen Regionen beschädigt, und die Versorgung mit Strom und Heizung gestaltet sich vor dem Winter schwierig. Selenskyj hatte in diesem Zusammenhang mehrfach auf die Dringlichkeit einer Waffenruhe verwiesen, um Reparaturen zu ermöglichen und die Bevölkerung zu entlasten. Ob die nun vorgeschlagenen Gespräche tatsächlich zustande kommen und zu einer Entspannung führen, ist offen. Die kommenden Tage dürften zeigen, ob Washington und Moskau einen gemeinsamen Termin bestätigen und ob Kiew an den Verhandlungen beteiligt wird.

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Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.