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Polens Außenminister kritisiert Musk scharf wegen Starlink-Drosselung in der Ukraine

Nach ukrainischen Angaben wurden Militäroperationen gestört, weil das Satellitennetzwerk Starlink verlangsamt wurde. Polens Außenminister Radosław Sikorski attackiert Starlink-Eigentümer Elon Musk und wirft ihm politische Einflussnahme vor. Die EU-Kommission äußert sich zurückhaltend zu den Berichten.

Polens Außenminister kritisiert Musk scharf wegen Starlink-Drosselung in der Ukraine
Ukraine: Polens Außenminister attackiert Musk wegen Starlink-Drosselung: „Spielst du wieder Politik mit deinen Produkten?“

Polens Außenminister Radosław Sikorski hat Elon Musk scharf kritisiert, nachdem Berichte bekannt wurden, wonach das Satellitennetzwerk Starlink in der Ukraine verlangsamt worden sein soll. Nach ukrainischen Angaben wurden dadurch Militäroperationen gestört. Sikorski richtete eine direkte Frage an den Starlink-Eigentümer: «Spielst du wieder Politik mit deinen Produkten?»

Die Vorwürfe wiegen schwer, denn Starlink ist für die ukrainischen Streitkräfte zu einem zentralen Kommunikationsmittel geworden. Das Satelliteninternetsystem ermöglicht Verbindungen, die von terrestrischer Infrastruktur unabhängig sind, und wird intensiv für militärische Einsätze genutzt. Berichte über Verbindungsabbrüche und technische Einschränkungen hatten in der Vergangenheit bereits Spekulationen ausgelöst, dass die Drosselung politisch motiviert sein könnte, um Druck auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auszuüben.

Ein Berater Selenskyjs bestätigte technische Einschränkungen bei Starlink. Andere Beobachter vermuten politischen Druck aus Washington. Die EU-Kommission wollte sich zu den Spekulationen nicht äußern. Eine Sprecherin sagte, man kenne die Berichte über Störungen, könne aber ohne weitere Informationen nichts dazu sagen. Sie betonte zudem, dass die Kommission keine Hinweise darauf habe, dass die USA die Weitergabe von Geheimdienstinformationen eingestellt hätten. Ihr Wortlaut schloss allerdings nicht aus, dass es Hinweise auf eine Einschränkung der Weitergabe geben könnte.

Die Diskussion fällt in eine Phase, in der die Ukraine ihre Angriffe auf russische Infrastruktur fortsetzt. In der Nacht zum Mittwoch griffen ukrainische Drohnen ein milliardenschweres Rechenzentrum der russischen Sberbank in Balakowo an. Die Anlage sollte nach früheren Plänen russischer Behörden bis 2030 zum größten Rechenzentrum Europas ausgebaut werden. Die Bank bestätigte den Angriff, meldete jedoch keine Störungen ihrer Systeme. Der Komplex in der Region Saratow umfasst mehr als 55.000 Quadratmeter. Geplant sind rund 120.000 Server, die Investitionen belaufen sich auf 122,2 Milliarden Rubel. Auch Russlands größter Supercomputer sollte dort untergebracht werden. Wie schwer die Anlage beschädigt wurde, ist bislang unklar.

Der ukrainische Drohnenhersteller Fire Point reklamierte die Attacke für sich. Bereits in den vergangenen Tagen waren drei Rechenzentren des russischen Technologiekonzerns Yandex angegriffen worden. Zwei mussten nach Unternehmensangaben ihren Betrieb einstellen. Die Ukraine nimmt damit zunehmend auch Russlands digitale Infrastruktur ins Visier.

Unterdessen hat die EU der Ukraine 2,86 Milliarden Euro für den Kauf von Drohnen, Luftverteidigungssystemen und Raketen überwiesen. «Diese Mittel werden der Ukraine helfen, ihren dringenden Bedarf auf dem Schlachtfeld zu decken und ihre Verteidigungsfähigkeit gegen den russischen Angriffskrieg zu stärken», sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Das Geld sei konkret für die Beschaffung von Rüstungsgütern von ukrainischen Unternehmen vorgesehen.

Die Kritik an Musk und die jüngsten Angriffe auf russische Rechenzentren zeigen, wie stark der Krieg auch die technologische und digitale Infrastruktur betrifft. Die Ukraine setzt auf westliche Unterstützung, während sie gleichzeitig ihre Schlagkraft gegen russische Ziele ausbaut. Die offenen Fragen zu Starlink bleiben jedoch bestehen und dürften die Debatte über die Zuverlässigkeit privater Satellitennetzwerke in Konflikten weiter anheizen.

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Florian Lorenz

Autor

Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.