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Junge Union startet Deutschlandtag: Winkel warnt CDU vor rückwärtsgewandter Politik

Die Junge Union hat ihren Deutschlandtag in Bonn eröffnet. Vorsitzender Johannes Winkel wurde mit knapp 95 Prozent wiedergewählt und warnt die CDU vor einer Politik, die die Veränderungen der letzten 15 Jahre ignoriert. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst kritisiert scharf die Berliner Sondierungen mit der Linken und warnt vor der AfD.

Junge Union startet Deutschlandtag: Winkel warnt CDU vor rückwärtsgewandter Politik
Junge Union startet Deutschlandtag - Winkel warnt CDU vor rückwärtsgewandter Politik

Die Junge Union (JU) hat am Freitagabend in Bonn ihren dreitägigen Deutschlandtag eröffnet. Zum Auftakt wählten die Delegierten der Jugendorganisation von CDU und CSU ihren Vorsitzenden Johannes Winkel mit knapp 95 Prozent der abgegebenen und gültigen Stimmen wieder. Gegenkandidaten gab es nicht. Der 34-Jährige steht seit 2022 an der Spitze der JU.

In seiner Rede warnte Winkel die CDU als Kanzlerpartei vor dem Hintergrund jüngster Wahlniederlagen eindringlich vor einer rückwärtsgewandten Politik. «Die CDU macht im Grunde genommen Politik genauso, als ob wir noch im Jahr 2010 wären», sagte er. «Aber in den letzten 15 Jahren hat sich unser Land eben grundlegend verändert.» Wenn die CDU wieder «Debattenhoheit» erringen und Volkspartei bleiben wolle, müsse sie «sich anstrengen» und «wieder kämpfen». Winkel forderte insbesondere eine Ausrichtung auf eine familienfreundliche Politik. Gerechtigkeitsdebatten und die Definition dessen, was gerecht sei, dürfe die Union zudem nicht der SPD überlassen.

Bei der Rentenreform verlangte Winkel von Kanzler Friedrich Merz (CDU) und dem neuen Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD), die Vorschläge der Alterssicherungskommission umzusetzen. Zudem sprach sich Winkel für eine klare Abgrenzung zur AfD aus: «Solange die AfD völkische Positionen bezieht und Extremisten in ihren Reihen duldet, solange werden wir nicht mit dieser Partei zusammenarbeiten.»

Als Gastredner sprach am Freitagabend Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), der im kommenden April vor Landtagswahlen steht. Er forderte die schwarz-rote Koalition im Bund auf, offene Streitereien zu beenden und vereinbarte Reformen umzusetzen. «Die Debatten der letzten Tage haben wieder einmal niemandem geholfen – ganz im Gegenteil», sagte Wüst. Er bitte deshalb alle, «die da Verantwortung tragen: Reißt euch zusammen, setzt um». Eine Reform der Sozialsysteme sei nötig, betonte Wüst. Sonst werde Arbeit durch steigende Renten- und Krankenkassenbeiträge «immer teurer» und Arbeitsplätze würden gefährdet. Die CDU müsse hier glaubhaft machen, dass sie «die Dinge zum Besseren wenden» könne und für «Zuversicht statt für Angst» stehe.

Mit Blick auf die AfD sagte Wüst: «Wir lassen nicht zu, dass übel gelaunte Pessimisten, Radikale und Putins Papageien dieses Land übernehmen.» Scharf kritisierte Wüst, dass SPD und Grüne in Berlin trotz Antisemitismusvorwürfen gegen Teile der Partei mit den Linken über eine Regierung verhandeln. Dies sei «eine Schande für die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland». «Wer gemeinsam mit kriminellen Clans, mit Israel-Hassern Wahlkampf macht, der darf niemals in eine Regierung kommen.»

Am Samstag wird CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz beim Deutschlandtag sprechen. Dann will die Junge Union auch einen Leitantrag mit dem Titel «Lust auf Zukunft – Deutschland zum KI-Anwendungsweltmeister machen» beraten. Dazu redet am Vormittag auch Digitalminister Karsten Wildberger (CDU). Zum Abschluss des Treffens am Sonntag tritt der CSU-Vorsitzende Markus Söder auf.

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Florian Lorenz

Autor

Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.