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Israel startet Anti-Terror-Einsatz im Westjordanland nach tödlichem Angriff

Nach einem Schusswaffenangriff nahe Hebron mit zwei getöteten Soldaten hat die israelische Armee gemeinsam mit dem Inlandgeheimdienst Schin Bet eine mehrtägige Anti-Terror-Operation im Westjordanland begonnen.

Israel startet Anti-Terror-Einsatz im Westjordanland nach tödlichem Angriff
Liveblog Nahost: Israel startet „Anti-Terror-Operation“ im Westjordanland

Israel hat im besetzten Westjordanland eine mehrtägige Anti-Terror-Operation gestartet. Die israelische Armee und der Inlandgeheimdienst Schin Bet erklärten am späten Abend in einer gemeinsamen, auf der Plattform Telegram veröffentlichten Mitteilung, die Kräfte hätten begonnen, das Gebiet gezielt, präzise und umfassend zu durchsuchen, um Terrorinfrastruktur und Waffen ausfindig zu machen und zu beseitigen. Der Einsatz wurde als Reaktion auf einen Angriff am Morgen nahe Hebron dargestellt.

Bei dem Angriff mit Schusswaffen wurden nach israelischen Militärangaben zwei Soldaten getötet und drei weitere verletzt. Die beiden mutmaßlich palästinensischen Täter aus Hebron wurden getötet. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, die Sicherheitskräfte hätten dadurch einen «schweren Anschlag» verhindert. Er stellte zudem eine Abriegelung des palästinensischen Gebiets in Aussicht, was bedeutet, dass alle Übergänge zu dem Gebiet geschlossen werden sollen.

Die Operation umfasst Armee, Geheimdienst, Grenzpolizei und Zivilverwaltung. Sie ist nach Angaben der Behörden auf das Gebiet beschränkt, aus dem die Täter operiert haben sollen, und werde voraussichtlich mehrere Tage dauern. Bewohner des betroffenen Gebiets könnten nach einer Befragung über drei ausgewiesene Ausgänge das Gebiet verlassen. Zu den Maßnahmen gehören außerdem die Abriegelung der Gebiete Hebron und Halhul sowie die Einrichtung von Straßensperren. Die Armee kündigte zusätzlich den Abriss illegaler Bauwerke an, die am Ort des Zwischenfalls eine mögliche Sicherheitsbedrohung darstellen könnten. Nach Armeeangaben werden derzeit in Dutzenden Orten im Westjordanland Anti-Terror-Maßnahmen durchgeführt.

Der Zeitpunkt des Einsatzes fällt in einen politisch aufgeladenen Moment: Am Dienstag findet in Israel die Parlamentswahl statt. Der Konflikt mit den Palästinensern ist ein zentrales Wahlkampfthema. Rechte Politiker versprechen ein hartes Vorgehen gegen palästinensische Gewalt, thematisieren die zunehmenden Angriffe radikaler israelischer Siedler auf Palästinenser dagegen kaum.

Der Hintergrund des Konflikts reicht weit zurück. Israel hat im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert und hält dieses Gebiet seither besetzt. Dort leben heute inmitten von rund drei Millionen Palästinensern etwa 700.000 israelische Siedler. Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 in Israel und dem daraufhin ausgelösten Gaza-Krieg hat sich die Lage im Westjordanland verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden dort seitdem mehr als 1.100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet.

Auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser hat nach den vorliegenden Berichten stark zugenommen. Dem israelischen Militär wird immer wieder vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen solche Angriffe vorzugehen oder sogar mit den Siedlern zu kooperieren. Vor diesem Hintergrund steht der nun begonnene Einsatz, dessen Dauer und Ausmaß sich nach Angaben der Behörden erst im Verlauf zeigen werden.

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Florian Lorenz

Autor

Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.