Donnerstag, 15. Oktober 2026 Nachrichten im Zusammenhang Über die Zeitung
Güldendorf Suche

Nachrichten

Selenskyj kündigt neue Angriffe auf russische Ölraffinerien an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will trotz US-Kritik wieder russische Ölraffinerien angreifen. Er beklagt den Wegfall von US-Geheimdienstdaten und die Drosselung von Starlink. Elon Musk fordert seinen Rücktritt.

Selenskyj kündigt neue Angriffe auf russische Ölraffinerien an
Selenskyj kündigt Angriffe auf Russlands Ölraffinerien an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat neue Angriffe auf russische Ölraffinerien angekündigt. Die bisherige Zurückhaltung sei vorbei, sagte Selenskyj in einem Interview mit der «Financial Times». Damit geht er auf Konfrontation zu US-Präsident Donald Trump, der solche Angriffe kritisiert hatte. Die Ukraine hatte nach einer von Trump verkündeten begrenzten Waffenruhe auf Attacken gegen die russische Energieinfrastruktur verzichtet. «Wir werden einen Ausweg finden», sagte Selenskyj, ohne Details zu nennen.

Hintergrund der Ankündigung ist ein wachsender Streit über die militärische Unterstützung der USA. Nach Darstellung Selenskyjs haben US-Militärs ihren ukrainischen Kollegen mitgeteilt, dass sie keine Geheimdienstdaten mehr liefern würden, falls die Ukraine weiter russische Ölraffinerien angreife. Zugleich sei das für das ukrainische Militär wichtige Satelliteninternetsystem Starlink gedrosselt worden. «Das war kein technisches Problem, das war Absicht», sagte Selenskyj. Der US-Tech-Milliardär Elon Musk erklärte dazu, das US-Militär und der Präsident hätten über die Begrenzung des militärischen Starlink-Ablegers entschieden. In einem Beitrag auf seiner Plattform X forderte Musk zudem, es sei für Selenskyj an der Zeit, abzutreten.

Die Ukraine beklagt, dass sie durch den Wegfall von Geheimdienstdaten nicht mehr vor russischen Angriffen gewarnt wird. Auch andere westliche Geheimdienste liefern Kiew zwar Daten, doch die US-Unterstützung gilt als zentral. Selenskyj sagte, die USA seien im Kampf gegen Russland lange Zeit ein strategischer Partner gewesen. Ohne die USA wäre der Verteidigungskampf «sehr schwer». Zugleich äußerte er Verärgerung über den «gefährlichen» Mangel an US-Geheimdienstdaten, während Russland seine Angriffe auf die Ukraine intensiviere.

Russland hatte bereits am Mittwoch neue ukrainische Angriffe auf Ölverarbeitungsanlagen in den Gebieten Rjasan und Saratow gemeldet. Das Gebiet Rjasan meldete am Donnerstag eine weitere Drohnenattacke. Dabei sei auf dem Gelände einer Raffinerie ein Brand ausgebrochen. Die Angriffe auf russische Raffinerien sollen die wirtschaftliche Basis der russischen Kriegsführung treffen.

Selenskyj hatte in den vergangenen Tagen mehrfach den Diesel-Deal zwischen Trump und Kremlchef Wladimir Putin kritisiert. Die USA wollen wegen der angespannten Marktlage und hoher Preise Diesel aus Russland importieren und dafür ihre Sanktionen lockern – zum Ärger auch der EU. Die Ukraine beklagt, dass die USA damit Geld in Moskaus Kriegskasse spülen. Der ukrainische Präsident sieht darin eine Gefährdung der gemeinsamen Front gegen Russland.

Die Ankündigung fällt in eine Phase wachsenden Drucks auf Kiew. Die Ukraine beklagt massiven Druck der USA, im Krieg mit Russland nachzugeben. Selenskyj betonte, dass die USA für sein Land lange ein strategischer Partner gewesen seien. Ohne sie wäre der Verteidigungskampf «sehr schwer». Die neuen Angriffe auf russische Raffinerien dürften die Spannungen mit Washington weiter verschärfen.

8Aufrufe

Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.