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Russlands bekanntester Militärblogger in Montenegro festgenommen

Michail Swintschuk, Gründer des Militärblogs Rybar, ist in Montenegro festgenommen und später ausgewiesen worden. Die Regierung in Podgorica spricht von einer erfolgreichen Operation aus Gründen der nationalen Sicherheit.

Russlands bekanntester Militärblogger in Montenegro festgenommen
Ukraine-Krieg: Russlands bekanntester Militärblogger Rybar festgenommen

Der Gründer des meistgelesenen russischen Militärblogs Rybar, Michail Swintschuk, ist in Montenegro festgenommen worden. Das bestätigte Ministerpräsident Milojko Spajić auf der Plattform X, ohne den Namen des Betroffenen zu nennen. Der Blog Rybar bestätigte die Festnahme Swintschuks auf Telegram und erklärte, er und die weiteren Festgenommenen hätten sich legal in dem Balkanland an der Adria aufgehalten.

Nach Medienberichten wurden Swintschuk, seine Frau und drei weitere russische Staatsbürger in dem Ort Risan in der Bucht von Kotor festgenommen. Swintschuk habe sich dort angeblich zu Dreharbeiten aufgehalten. Die montenegrinischen Behörden machten zunächst keine Angaben dazu, was den Festgenommenen vorgeworfen wird. Spajić sprach lediglich von einer «erfolgreichen Operation».

Im weiteren Verlauf des Freitags verfügten die montenegrinischen Behörden die Ausweisung der fünf Russen. Die Maßnahme sei «aus Gründen der nationalen Sicherheit» getroffen worden, hieß es in einer Polizeimitteilung, die montenegrinischen Medien zuging. Die Regierung in Podgorica hatte mehrfach vor hybriden Aktionen und Destabilisierungsversuchen gewarnt, die den europäischen Weg des Landes behindern sollten.

Das Außenministerium in Moskau teilte mit, es versuche die Umstände über die russische Botschaft in Podgorica zu klären. Das meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Swintschuk gilt als Verfechter des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und steht auf mehreren westlichen Sanktionslisten.

Montenegro gilt als aussichtsreichster Kandidat aus dem Kreis der Westbalkan-Staaten für eine baldige EU-Mitgliedschaft. Die Festnahme und die anschließende Ausweisung dürften die Spannungen zwischen Podgorica und Moskau weiter verschärfen. Der Fall reiht sich in eine Serie von Vorfällen ein, bei denen europäische Staaten gegen russische Staatsbürger wegen mutmaßlicher Sicherheitsrisiken vorgehen.

Unterdessen hat der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko den Einwohnern der ukrainischen Hauptstadt empfohlen, die Stadt vorübergehend zu verlassen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP wandte er sich insbesondere an Menschen, die Freunde oder Verwandte außerhalb Kiews haben. «Täglich erreichen uns neue Meldungen über zerstörte Gebäude, Verletzte und Tote, da der Beschuss unserer Stadt immer heftiger wird», sagte der Bürgermeister. «Heute geht es ums Überleben.»

Klitschko betonte, es gehe ausdrücklich nicht um eine vollständige Evakuierung der Stadt. Das werde er niemals anordnen. «Das ist Putins Ziel… das beste Szenario für Putin wäre, wenn wir alle gehen und ihm unsere leeren Städte und unser Land übergeben würden», sagte er.

In Russland hat ein Drohnenangriff nach Angaben des Technologiekonzerns Yandex mehrere Module eines Rechenzentrums in der Region Kaluga vollständig außer Betrieb gesetzt. Es könne zu Beeinträchtigungen bei einigen Dienstleistungen des Unternehmens kommen, teilte Yandex mit. Bereits am Donnerstag hatten ukrainische Drohnen erstmals ein wichtiges Rechenzentrum der Firma getroffen. Yandex bietet unter anderem mit YandexGPT eines der führenden russischen Modelle für Künstliche Intelligenz an. Auch eine Suchmaschine gleichen Namens sowie Fahrdienst- und weitere Technologiedienste gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Die Ukraine hat in der Nacht zu Freitag mehrere russische Regionen angegriffen. Wie die Online-Zeitung «Kyiv Independent» berichtet, richtete sich einer der Angriffe gegen eine russische Fabrik, die Treibstoff für Marschflugkörper der Typen Kh-55 und Kh-101 herstellt. In dem Werk werden demnach Teile des Raketentreibstoffs Decilin-M sowie Zusätze für Diesel und Flugturbinentreibstoff hergestellt. Die Anlage war bereits im Februar 2026 Ziel eines ukrainischen Angriffs. Damals sollen laut ukrainischem Generalstab rund 6000 russische FPV-Drohnen zerstört worden sein.

Ein ukrainischer Angriff soll in der Nacht zudem einen Brand in einem Öldepot nördlich der Stadt Belgorod ausgelöst haben. Das geht aus Daten der NASA-Plattform Fire Information for Resource Management System hervor. Über das Ausmaß des entstandenen Schadens war zunächst nichts bekannt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte unterdessen, die Ukraine erörtere alle Optionen für eine sektorale Waffenruhe, auch zu Wasser und im Energiebereich. Er wolle Details nicht vorschnell preisgeben, da Russland bewusst entgegen den Vereinbarungen handeln könnte. Zuvor hatte Außenminister Johann Wadephul nach einem ergebnislosen Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Rande der UN-Generalversammlung in New York den Ton gegenüber Moskau verschärft.

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Henrik Falkenberg

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Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.