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Musk verweist bei Starlink-Einschränkungen auf US-Regierung

Nach Problemen mit dem Satelliteninternet in der Ukraine erklärt Elon Musk, das militärische Starshield-System werde von der US-Regierung kontrolliert. Präsident Selenskyj hatte zuvor um Wiederherstellung der Verbindung gebeten.

Musk verweist bei Starlink-Einschränkungen auf US-Regierung
Musk äußert sich zu Starlink-Bitte Selenskyjs

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat SpaceX-Chef Elon Musk aufgefordert, die Starlink-Verbindungen in der Ukraine wiederherzustellen. Hintergrund sind erhebliche Störungen des Satelliteninternets, die nach Angaben aus Kiew in der Nacht zum Mittwoch ukrainische Angriffe scheitern ließen. Musk reagierte auf die Bitte und machte die US-Regierung für die Einschränkungen verantwortlich.

In einer Erklärung auf seiner Plattform X betonte Musk, dass es sich bei dem für die Gefechtskommunikation genutzten System um Starshield handele, nicht um das zivile Starlink. «Starshield-Systeme gehören der US-Regierung und werden von ihr kontrolliert», schrieb Musk am Mittwoch. «Alle Begrenzungen bei Geschwindigkeit oder Nutzung werden vom US-Militär und letztlich vom Potus entschieden.» Der Tech-Milliardär verwies damit auf die Zuständigkeit des US-Präsidenten und nicht auf sein Unternehmen.

Musk unterschied zudem zwischen den beiden Satellitensystemen: Starlink sei auf zivile oder defensive Aktivitäten beschränkt und dürfe nicht für offensive militärische Einsätze genutzt werden, da dies für ein kommerzielles Unternehmen schädlich wäre. Starshield hingegen werde vom US-Verteidigungsministerium und Geheimdiensten kontrolliert. In der Praxis ist die Trennung jedoch oft fließend, da Starshield für seine sicheren Kommunikationsdienste auf das Starlink-Satellitennetzwerk zurückgreift.

Der Technologieberater des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Serhij Beskrestnow, hatte zuvor erklärt, Starlink sei in der Nacht zum Mittwoch stark eingeschränkt gewesen. Dies habe ukrainische Angriffe scheitern lassen. Am Mittwochabend meldete das Ministerium, dass sich die Verbindung bei Empfangsgeräten, die sich mit bis zu 160 Kilometern pro Stunde bewegen, verbessert habe. SpaceX halte jedoch an einer Geschwindigkeitsgrenze von 161 Kilometern pro Stunde fest. Die Regierung stehe mit SpaceX in Kontakt, um einen stabilen Betrieb sicherzustellen.

Das Satellitennetz wird von der ukrainischen Armee zur Kommunikation an der Front und zur Steuerung von Drohnen genutzt. Bei zu hoher Fluggeschwindigkeit kann die Verbindung abbrechen. Starlink gilt als wichtigster Gewinnbringer von SpaceX und umfasst mehr als 11.000 Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn, die Breitbandsignale direkt an Empfangsterminals senden. Zu den rund 13 Millionen Abonnenten zählen Privathaushalte, Reedereien und Fluggesellschaften. Zu Beginn des Krieges verschaffte Starlink der Ukraine einen entscheidenden Vorteil bei der Kommunikation und veränderte die militärische Kriegsführung gegen Russland. Musk schränkte das System jedoch später für bestimmte militärische Zwecke ein und verwies stattdessen auf Starshield.

Als möglicher Hintergrund für die Einschränkungen gelten auch wirtschaftliche Interessen. US-Präsident Donald Trump hatte die Ukraine im September gebeten, Angriffe auf russische Ölanlagen einzustellen. Grund war eine Dieselknappheit auf dem Weltmarkt, die durch den von Trump initiierten Krieg gegen den Iran ausgelöst wurde. In den USA stiegen die Dieselpreise auf Höchststände. Trump hatte wiederholt versprochen, die Spritpreise zu senken. Vergangene Woche kündigte er ein Abkommen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin an, wonach Russland den USA mehrere Millionen Tonnen Diesel liefert. Allerdings sind russische Raffinerien weiterhin Ziel ukrainischer Angriffe, auch Anlagen weit im Hinterland. Es wäre möglich, dass die Starshield-Einschränkungen dazu dienen sollten, solche Angriffe zu erschweren und die Produktion von russischem Diesel weiterhin sicherzustellen.

Die Ukraine ist seit Beginn der russischen Invasion im Jahr 2022 auf westliche Waffen, Geld und Aufklärungsdaten angewiesen. Der erfolgreiche Einsatz von Starlink verhalf dem Dienst zu seinem weltweiten Durchbruch. Doch seit dem Amtsantritt von Trump fließen weniger Geld und Waffen in die Ukraine. Nun droht Washington offenbar auch mit einem Stopp der Weitergabe von militärischen Aufklärungsdaten. Die aktuellen Einschränkungen bei Starshield und Starlink könnten daher Teil einer größeren Verschiebung in der US-Unterstützung für Kiew sein.

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Henrik Falkenberg

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Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.