Menschenkette verhindert Tillschneider-Zugang bei Gedenkfeier in Halle
Bei der Gedenkveranstaltung zum antisemitischen Anschlag von Halle haben mehrere Personen den AfD-Politiker Hans-Joachim Tillschneider am Betreten des Geländes gehindert. Die Polizei bestätigte eine spontane Menschenkette. Tillschneider ist seit dieser Woche Vizepräsident des Landtags von Sachsen-Anhalt.
Bei der Gedenkveranstaltung zum antisemitischen Anschlag auf die Synagoge in Halle hat eine Menschenkette den Zutritt des AfD-Politikers Hans-Joachim Tillschneider verhindert. Wie die Polizei in Halle bestätigte, bildeten mehrere Anwesende eine Kette vor dem Eingang zu dem Gelände und hinderten den Landtagsabgeordneten so am Betreten der Veranstaltung. Tillschneider ist seit dieser Woche Vizepräsident des Landtags von Sachsen-Anhalt.
Nach Angaben der Polizei handelte es sich um eine spontane Versammlung. Mitglieder der Versammlungsbehörde vermittelten zwischen dem Politiker und den Demonstrierenden. Die Situation sei ruhig geblieben. Nach längerer Diskussion habe Tillschneider den Ort schließlich verlassen. Die Teilnehmer der Menschenkette protestierten gegen den Besuch des AfD-Politikers bei der Gedenkfeier.
In Halle wurde am Freitag an den Anschlag auf die Synagoge vor sieben Jahren erinnert. Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Rechtsextremist am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, in die Synagoge einzudringen. Als ihm das misslang, erschoss er vor dem Gebäude eine 40 Jahre alte Passantin und in einem nahen Döner-Imbiss einen 20 Jahre alten Gast. Auf seiner Flucht verletzte der Attentäter zahlreiche weitere Menschen, ehe er von der Polizei gefasst wurde. Das Oberlandesgericht Naumburg verurteilte ihn 2020 zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.
An mehreren Veranstaltungen in Halle wird an diesem Tag der Opfer des antisemitisch motivierten Anschlags gedacht. Auch der geschäftsführende Ministerpräsident Sven Schulze und sein Amtsvorgänger Reiner Haseloff, beide CDU, nehmen am Gedenken teil. Die AfD war am Dienstag im Landtag von Magdeburg mit Tillschneider als Vizepräsidenten vertreten. Die Partei wird in Sachsen-Anhalt als rechtsextrem eingestuft und hatte die Landtagswahl im September deutlich gewonnen.
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