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FSB nimmt Deutschen in Russland wegen Vorwurf des Söldnertums fest

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB meldet die Festnahme eines deutschen Staatsbürgers, der für die Ukraine gekämpft haben soll. Die Agentur Tass veröffentlichte ein Verhörvideo. Die Angaben sind bislang unbestätigt, deutsche Behörden haben sich nicht geäußert.

FSB nimmt Deutschen in Russland wegen Vorwurf des Söldnertums fest
Russland: Deutscher festgenommen – Tass veröffentlicht Verhörvideo

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben einen deutschen Staatsbürger festgenommen, der aufseiten der Ukraine gekämpft haben soll. Dem Mann werde «Söldnertum» vorgeworfen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf eine Mitteilung des FSB. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben bislang nicht, auch eine Bestätigung durch deutsche Behörden liegt nicht vor.

Laut der Darstellung des Geheimdienstes soll der Mann von 1996 bis 2010 bei der Bundeswehr gedient haben. Bereits zwischen 2016 und 2018 habe er als Scharfschütze in einer ukrainischen Einheit gestanden. Im November 2025 sei er erneut in die Ukraine gereist und habe einen dreijährigen Vertrag mit den ukrainischen Streitkräften geschlossen. Später sei er desertiert, weil er seinen zugesagten Sold nicht erhalten habe, behauptet der FSB. Die russischen Behörden prüfen demnach, ob sie ein Strafverfahren wegen Söldnertums nach Artikel 359 des russischen Strafgesetzbuchs einleiten.

Tass veröffentlichte zudem ein Video, das den Deutschen bei einer Befragung zeigen soll. Darin nennt der Mann sein Geburtsjahr mit 1976 und berichtet ebenfalls von ausstehender Bezahlung. Unter welchen Umständen die Aufnahme entstanden ist, bleibt unklar. Wo und wann der Mann festgenommen wurde, ist ebenso offen wie seine Identität. Auch ob der Deutsche tatsächlich als Söldner einzustufen wäre, ist rechtlich nicht geklärt. Nach dem humanitären Völkerrecht gelten ausländische Staatsangehörige, die regulär in den Streitkräften eines Landes dienen, nicht allein aufgrund ihrer Herkunft als Söldner.

Die Meldung fällt in eine Phase, in der russische Behörden wiederholt über Festnahmen ausländischer Staatsbürger berichten, die auf ukrainischer Seite gekämpft haben sollen. Solche Verfahren werden von internationalen Beobachtern häufig als politisch motiviert eingestuft, da die Vorwürfe oft auf Geheimdienstangaben beruhen und eine unabhängige Überprüfung kaum möglich ist. Für die betroffenen Personen und ihre Angehörigen ist die Rechtslage unklar, da Russland ausländischen Kämpfern keine reguläre Kriegsgefangenenstellung zubilligt, wenn es sie als Söldner einstuft.

Deutsche Behörden haben sich zu dem Fall bislang nicht geäußert. Es ist unklar, ob die Bundesregierung von der Festnahme offiziell Kenntnis hat und ob konsularische Unterstützung geleistet wird. Das Auswärtige Amt äußerte sich auf Anfrage nicht. Auch zur Zahl möglicher weiterer deutscher Staatsbürger, die in der Ukraine kämpfen, gibt es keine gesicherten Angaben. Die Bundesregierung hat wiederholt davor gewarnt, sich an Kampfhandlungen in der Ukraine zu beteiligen, und auf die strafrechtlichen Risiken hingewiesen.

Die Veröffentlichung des Verhörvideos durch eine staatliche russische Agentur ist Teil einer wiederkehrenden Praxis. In der Vergangenheit wurden ähnliche Aufnahmen verbreitet, deren Zustandekommen und Aussagekraft von unabhängigen Stellen angezweifelt wurden. Ob das Video im vorliegenden Fall freiwillig oder unter Druck entstanden ist, lässt sich nicht nachvollziehen. Die Identität des Mannes und der genaue Hergang der Festnahme bleiben offen. Weitere Informationen von russischer Seite oder eine Bestätigung aus Deutschland stehen aus.

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Henrik Falkenberg

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Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.