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Friedensnobelpreis geht an Juristin Navanethem Pillay aus Südafrika

Das norwegische Nobelkomitee in Oslo zeichnet die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay für ihren Einsatz für das Völkerrecht und gegen Kriegsverbrechen aus. Der Preis ist in diesem Jahr mit rund einer Million Euro dotiert.

Friedensnobelpreis geht an Juristin Navanethem Pillay aus Südafrika
Friedensnobelpreis geht an Juristin Pillay aus Südafrika

Die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay erhält in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. Das gab das norwegische Nobelkomitee in Oslo bekannt. Pillay werde «für ihre Bemühungen um die Förderung des Friedens und des Völkerrechts» geehrt, sagte der Vorsitzende des Nobelkomitees, Jørgen Watne Frydnes. «Die diesjährige Preisträgerin hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden.» Sie sei eine der wichtigsten Rechtsexpertinnen unserer Zeit, so Frydnes weiter.

Pillay blickt auf eine lange Karriere im internationalen Recht zurück. Sie war Richterin am Obersten Gerichtshof Südafrikas, am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda und am Internationalen Strafgerichtshof. Zudem amtierte sie als Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte und leitete die Unabhängige Internationale Untersuchungskommission der UN zu den besetzten palästinensischen Gebieten. Die gebürtige Südafrikanerin mit indischen Wurzeln gilt als Verfechterin einer konsequenten Strafverfolgung von Völkermord und Kriegsverbrechen.

Bei der Bekanntgabe in Oslo zeigte sich das Komitee gut gelaunt, erreichte die Preisträgerin jedoch zunächst nicht. «Leider haben wir Navi Pillay nicht erreicht», sagte Frydnes. Er richtete einen öffentlichen Aufruf an sie: «Wenn du eine norwegische Nummer anrufen siehst, geh bitte dran, wir würden liebend gerne mit dir sprechen.» Derartige Momente sind bei der Verkündung des Friedensnobelpreises nicht ungewöhnlich, da die Geehrten oft nicht mit dem Anruf rechnen.

Der Friedensnobelpreis gilt als wichtigste Auszeichnung der Welt. Im vergangenen Jahr hatte ihn die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado erhalten. Diese Vergabe gilt im Nachhinein als umstritten, da Machado ihre Auszeichnung Donald Trump widmete und ihm symbolisch auch ihre Nobelmedaille schenkte. Trump hatte sich zuvor wiederholt selbst für den Preis ins Spiel gebracht. Offiziell weitergeben kann Machado den Preis laut den Nobel-Regeln jedoch nicht an ihn.

In diesem Jahr waren insgesamt 287 Kandidaten für den Friedensnobelpreis nominiert, deutlich weniger als im Vorjahr. Unter den Nominierten befanden sich 208 Personen und 79 Organisationen. Vorschläge für Preisträger können etwa Kabinettsmitglieder, Universitätsprofessoren, Staatsoberhäupter oder frühere Preisträger machen. Die Auswahl erfolgt durch das norwegische Nobelkomitee.

Wie die anderen Nobelpreise ist der Friedensnobelpreis in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, eine Million Kronen mehr als im Vorjahr. Umgerechnet entspricht das aktuell rund einer Million Euro. Die Verkündung des Friedensnobelpreises ist die letzte Bekanntgabe in dieser Woche. In den vergangenen Tagen wurden bereits die Preisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Literatur verkündet. Unter den drei Medizin-Preisträgern sind mit Peter Hegemann und Georg Nagel zwei deutsche Forscher. Die prestigeträchtige Auszeichnung für Literatur ging in diesem Jahr an die Kanadierin Anne Carson.

Am Montag folgt als letzte Auszeichnung noch der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel. Offiziell ist diese Auszeichnung kein Nobelpreis, da sie nicht auf das Testament des schwedischen Industriellen und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel zurückgeht. Sie wird jedoch traditionell im Rahmen der Nobelpreisverkündungen vergeben. Überreicht werden alle Preise am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters. Als einzige der Auszeichnungen wird der Friedensnobelpreis nicht in Stockholm, sondern seit der ersten Vergabe der Nobelpreise 1901 in der norwegischen Hauptstadt Oslo verliehen.

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Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.