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Dutzende Staaten fordern vor Weltklimakonferenz Abkehr von Öl, Kohle und Gas

Bei einem Vorbereitungstreffen im Südpazifik verlangen besonders bedrohte Staaten mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderhitzung. In einer gemeinsamen Erklärung fordern sie den schnellen Ausstieg aus fossilen Energien und eine Verdreifachung erneuerbarer Kapazitäten bis 2030.

Dutzende Staaten fordern vor Weltklimakonferenz Abkehr von Öl, Kohle und Gas
Klimakrise: Klima: Dutzende Staaten für Abkehr von Öl, Kohle und Gas

Vier Wochen vor der Weltklimakonferenz in der Türkei haben Dutzende Staaten bei einem Vorbereitungstreffen im Südpazifik mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderhitzung gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung pochen die Minister und Regierungsvertreter insbesondere auf eine schrittweise Abkehr von Kohle, Öl und Gas. Der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase müsse «stark, schnell und nachhaltig» heruntergefahren werden, heißt es in dem Appell.

Das dreitägige Treffen, im UN-Jargon «Pre-COP» genannt, findet auf Fidschi statt und läuft noch bis Donnerstag. Unter den Teilnehmern sind Vertreter vieler wegen der Klimakrise und steigender Meeresspiegel besonders bedrohter Inselstaaten, darunter Tuvalu und Mauritius, aber auch Staaten wie Australien, Nepal und die Vereinigten Arabischen Emirate. Deutschland ist mit Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth vertreten.

Die Unterzeichner appellierten an die Welt, «sich vereint hinter all jene zu stellen, die an der Frontlinie der Klimakrise stehen». Bereits jetzt habe sich die Erde im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um fast 1,5 Grad aufgeheizt, zudem habe das natürlich vorkommende Klimaphänomen El Niño schädliche Auswirkungen. Warnend hieß es, «jeder Bruchteil eines Grads Erwärmung» beschleunige die Folgen des Klimawandels und das Risiko nicht wiedergutzumachender Verluste und Schäden, insbesondere auf kleinen Inselstaaten und in den am wenigsten entwickelten Ländern.

Ein zentrales Ziel der Erklärung ist es, die Kapazität erneuerbarer Energien bis 2030 weltweit zu verdreifachen. Diese Vorgabe war vor drei Jahren von fast 200 Staaten im Konsens auf der UN-Klimakonferenz in Dubai vereinbart worden. Die Teilnehmer des Treffens auf Fidschi mahnen nun an, dieses Versprechen auch umzusetzen.

Begrüßt wird in der Erklärung das sich abzeichnende «Momentum», dass sich die Staatengemeinschaft bei der kommenden Klimakonferenz in Antalya ein neues globales Ziel zur Elektrifizierung setzt. Die Türkei als Gastgeber hatte im Sommer vorgeschlagen, bis 2035 den Anteil elektrischer Energie beim Endverbrauch von heute 20 auf 35 Prozent zu steigern. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass dies dem Klimaschutz nur weiterhilft, wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne oder Wasserkraft stammt und nicht aus fossilen Energieträgern.

Der Co-Gastgeber der «Pre-COP», Tuvalu, richtet im Juli 2027 gemeinsam mit Irland auch die zweite internationale Konferenz zur Abkehr von fossilen Energien aus. Damit bleibt das Thema auch nach der Weltklimakonferenz in der Türkei auf der internationalen Agenda.

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Henrik Falkenberg

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Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.