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Drei Jahre nach dem Hamas-Massaker: Antisemitismus in Deutschland nimmt stark zu

Drei Jahre nach dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 hat sich die Lage im Nahen Osten weiter verschärft. In Deutschland haben antisemitische Vorfälle massiv zugenommen – eine Entwicklung, die die Gesellschaft vor große Herausforderungen stellt.

Drei Jahre nach dem Hamas-Massaker: Antisemitismus in Deutschland nimmt stark zu
Drei Jahre nach dem Hamas-Massaker reift eine Erkenntnis

Drei Jahre nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 ist der Nahe Osten weiter von Gewalt und Zerstörung geprägt. Im Gazastreifen leben Menschen zwischen Trümmern und Zeltplanen, eingepfercht hinter einer sogenannten gelben Linie, die von der israelischen Armee kontrolliert wird. Auch im Südlibanon und im Süden Syriens zeugen ausgebrannte Ruinen von den anhaltenden Auseinandersetzungen. Die von Washington vermittelte Waffenruhe hat bislang keinen dauerhaften Frieden gebracht.

Die Wurzeln des Konflikts reichen Jahrzehnte zurück. Gaza wurde 1967 besetzt, 2005 von israelischen Siedlern und Soldaten verlassen und nach der Machtübernahme der Hamas ab 2007 von Israel abgeriegelt. Zwei Millionen Menschen, mehr als die Hälfte von ihnen Kinder, leben auf 365 Quadratkilometern unter extremen Bedingungen. Die Hamas hat die Verzweiflung der Bevölkerung nicht gelindert, sondern für ihre Zwecke genutzt und statt Schulen Tunnel gebaut. Israel hatte frühzeitig Warnungen vor Angriffsplänen der Hamas erhalten, die jedoch nicht zu einer geänderten Strategie führten.

Am 7. Oktober 2023 drangen Hamas-Terroristen mit Gleitschirmen über den Grenzzaun, töteten mehr als 1.200 Menschen und verschleppten 251 Geiseln in den Gazastreifen. Israels Regierung reagierte mit einem umfassenden Militäreinsatz, der weite Teile des Gazastreifens zerstörte. Nach israelischen Angaben wurden mindestens 70.000 Menschen getötet, die Gesundheitsbehörden in Gaza zählen mehr als 73.000 Tote, darunter über 19.000 Kinder, und mehr als 170.000 Verletzte. Hilfsorganisationen beobachteten eine Hungersnot in Gaza-Stadt.

Die militärischen Operationen richteten sich auch gegen die Hisbollah im Libanon und den Iran. Der Internationale Strafgerichtshof erließ Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und seinen Verteidigungsminister. Südafrika brachte den Fall vor den Internationalen Gerichtshof, und eine UN-Untersuchungskommission kam zu dem Befund eines Völkermords. Israel geriet international zunehmend in Isolation.

In Deutschland hat die Auseinandersetzung mit dem Konflikt tiefe Spuren hinterlassen. Die Zahl antisemitischer Vorfälle hat sich seit 2022 mehr als verdreifacht und lag im vergangenen Jahr bei 8.725 dokumentierten Fällen – fast 24 pro Tag. In manchen Stadtteilen Berlins ist es für Juden gefährlich, mit Kippa auf die Straße zu gehen. Kritik an der israelischen Regierung schlägt in Teilen der Gesellschaft in offenen Antisemitismus um. Jüdische Künstler werden von Bühnen gedrängt, jüdische Studenten bedroht und das Massaker vom 7. Oktober als Widerstand verherrlicht. Diese Haltung ist in manchen linken Milieus und Teilen der arabischen Diaspora verbreitet, in Berlin auch in der Linkspartei, die bald die Regierungschefin stellen könnte.

Die Gewalt im Nahen Osten wird oft als Spirale beschrieben, doch dieses Bild suggeriert einen Automatismus, den es nicht gibt. Jede Gewalttat ist eine bewusste Entscheidung, die Leid über unzählige Menschen bringt. Die internationale Gemeinschaft steht vor der Aufgabe, Wege aus der Eskalation zu finden, ohne die Sicherheit Israels und die Rechte der Palästinenser gegeneinander auszuspielen.

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Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.